SensoSwim: In fünf Schritten zum Kraul Ihres Lebens

Wenn man heute Kraulschwimmer und Kraulschwimmerinnen in einem Hallen- oder auch Freibad beobachtet, stößt man in der Regel auf drei verschiedene Typen:

(1) Schwimmer und Schwimmerinnen, die mit Armen und Beinen gegen das Element Wasser ankämpfen und so gut wie keine Fortschritte machen, egal ob es um die Geschwindigkeit oder auch um den Stil geht.

(2) Schwimmer und Schwimmerinnen, die vor allem mit Kraft und Ausdauer einen Weg gefunden haben, um mit dem Element Wasser fertigzuwerden. Die Konzentration dieser Schwimmer bezieht sich in der Regel – neben Kraft und Kondition – mehr oder weniger isoliert jeweils auf den Armzug, den Beinschlag und die Wasserlage des Körpers.

(3) Schwimmer und Schwimmerinnen, die mit Eleganz und scheinbar mühelos mit dem Element Wasser schwimmen. Diese schwimmen bewusst oder auch unbewusst mit dem ganzen Körper. Dazu sind fünf Schritte notwendig, wenn man das Ganze nicht unbewusst im Blut hat.

(1) Länge ins System bringen

Der erste und wichtigste Schritt ist, dass man Länge in das eigene Schwimmsystem bringt. Viele Schwimmer und Schwimmerinnen (das gilt für alle Lagen) machen sich im Wasser zu klein. Nur genau damit verschenkt man wertvolle Meter im wahrsten Sinne des Wortes. Körpergröße beginnt dabei bei den Zehenspitzen und endet bei den Fingerspitzen.

(2) Wasserlage ins System bringen

Länge alleine ist zu wenig, es geht dann darum, dass man richtig im Wasser liegt, vor allem darum, dass das Becken und die Beine nicht absinken. Viele versuchen dies durch Geschwindigkeit und mehr Beinschlag zu verhindern, nur genau das sind die falschen Stellschrauben.

(3) Richtung ins System bringen

„Mit den Armen das Wasser nach hinten tauchen, mit den Beinen stabilisieren und etwas Vortrieb erzeugen.“ Genau das ist die Denkhaltung ins Schwimmdesaster. Viel besser: Bewusst wie auf Schienen nach vorne schwimmen. Wer nach hinten schwimmt, wird immer hinten bleiben und nie das eigene Potenzial ausschöpfen. (Für viele klingt das einmal spontan unlogisch, aber genau darin liegt das Erfolgsgeheimnis.)

(4) Rotation ins System bringen

Egal ob Golfspieler, Tennisspieler oder Boxer. Jeder Schlag wird nicht mit dem Arm oder den Armen alleine, sondern mit dem ganzen Körper ausgeführt. Genau das sollten Sie auch beim Kraulschwimmen machen. Nutzen Sie den gesamten Körper, vor allem auch durch die eigene Länge und durch die eigene Körperrotation beim Schwimmen.

(5) Den eigenen Schwimmstil ins System bringen

Schritt 1 bis 4 sind Bausteine, die man Schritt für Schritt beherrschen sollte. Nur dann geht es darum, aus diesen vier Bausteinen das eigene System zu entwickeln oder sich sensitiv und sensorisch zu erschwimmen. Dabei sollte man unbedingt bewusst auf den eigenen Körper hören, um basierend auf den ersten vier Bausteinen das eigene optimale System zu finden.

Kurze Einheiten statt stupider Längen

Eines ist dabei ganz wichtig: Wer auf SensoSwim setzt, also sensitiv schwimmt, sollte sich vom stupiden Längenschwimmen verabschieden. Vielmehr sollte man sich Länge für Länge zuerst die vier Bausteine erschwimmen. Dazu sollte man spätestens immer nach 25 Metern eine Pause machen, um dann bewusst die nächste Länge zu schwimmen. SensoSwim ist also eine Basis, egal ob man nachher einfach nur für sich selbst und die eigene Fitness schwimmt oder ob man aktiv für einen Wettbewerb trainiert, egal ob im Schwimmen oder für einen Triathlon.

PS dazu: Ich selbst hatte das Glück, immer eine sehr gute Schwimm- bzw. Wasserlage zu haben. Aber auch ich habe mich viel zu lange auf Armzug, Beine und Wasserlage beim Kraulschwimmen konzentriert. Erst durch Terry Laughlin und TI (Total Immersion) habe ich angefangen, komplett neu über das Schwimmen zu denken. So konnte ich damit meine eigene Zuganzahl beim Kraulschwimmen von 18 bis 22 Zügen auf 25 Meter früher auf 11 bis 13 Züge aktuell senken. Gleichzeitig schaffte ich es dann so 50 Meter unter 30 Sekunden zu schwimmen.

Durch unseren Schwimminstruktor Michael Hofer habe ich dann zusätzlich neue Wege erfahren, wie man schnell, einfach und vor allem effektiv jemandem Kraul beibringen kann. Daraus entstand seit 2018 Schritt für Schritt mein eigener Ansatz, den ich jetzt SensoSwim nenne. Basierend darauf trainiere ich aktuell neben meiner Haupttätigkeit als Marken- und Markenstrategieberater im Rahmen der AquaSharks (Schwimmsektion der Sportunion Rohrbach-Berg) Kinder, Erwachsene und Jugendliche, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene. Und mit jedem Kraultraining werde auch ich wieder um eine Erfahrung reicher.

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