Vor 40 Jahren erschien der Klassiker „Positioning: The Battle for Your Mind“ erstmals in deutscher Sprache unter dem etwas irreführenden Titel: „Positioning: Die neue Werbestrategie“. Nur Positioning – richtig verstanden – ist sehr viel mehr als nur eine Werbestrategie. Positioning – richtig verstanden – ist die Erfolgsbasis einer Marke in der Wahrnehmung und im Gedächtnis der Kunden. So besitzen die stärksten Marken ihre Kategorie in den Köpfen der Kunden. Sie denken Energydrink. Sie denken Red Bull. Sie denken Brille. Sie denken Fielmann. Sie denken KI-Chatbot. Sie denken ChatGPT.
Von der mentalen Ordnung zur digitalen Ordnung
Positioning war so von Anfang an ein engpassorientiertes Konzept. Es war und ist die Antwort auf die überkommunizierte Gesellschaft, in der es aus Kundensicht von allem und jedem viel zu viel gibt. So haben wir – so gesehen – zu viele Produkte und Dienstleistungen, zu viele Marken und Unternehmen und viel zu viel Marketinglärm auf immer und immer mehr Kanälen.
Genau in einem solchen Umfeld sehnt sich unser Gehirn nach mentaler Ordnung. Damit kann man aus Markensicht auch zwei Arten von Marken unterscheiden:
(1) Marken mit einer klaren mentalen Position in der Wahrnehmung und im Gedächtnis der Kunden.
(2) Marken, die entweder unbekannt sind oder sich im sogenannten unprofilierten Mittelfeld befinden.
Heißt aber auch: Je unübersichtlicher Märkte in Summe werden, desto wichtiger ist und wird es, dass die eigene Marke eine ureigene und relevante Spitzenstellung in der Wahrnehmung und im Gedächtnis der Kunden besitzt.
Und genau das wird mit der KI-Suche noch wichtiger werden, da auch die KI-Suche die sogenannte unprofilierte Mitte gegenüber klar positionierten Marken einfach negieren wird. So liefert die KI-Suche, wenn man diese zur Unterstützung bei Kaufentscheidungen nutzt, nicht nur ein reduziertes Ranking an Anbietern oder Marken, sondern in der Regel immer auch eine Begründung für die jeweils ausgewählten Angebote oder Marken. Damit sorgt auch die KI-Suche digital für eine Ordnung in der großen Unordnung.
Emotionale Bilder und Texte zu wenig
Nur wenn man sich heute Werbung, egal ob analog oder online ansieht, dann dürfte es vor allem um Auffallen, Emotionen und Aktivierung gehen: Schöne Bilder, flauschige Werbetexte, aber wenig Konkretes und schon gar keine klare und relevante Positionierung. Das klassische Argument dahinter: Kunden entscheiden nicht rational, sondern emotional. Nur damit tappen viele in zwei klassische Denkfehler:
Der klassische Denkfehler Nr. 1 dahinter: Emotionale Werbung macht eine emotionale Marke.
Der klassische Denkfehler Nr. 2 dahinter: Was große etablierte und klar positionierte Marken machen, sollten alle machen, die erfolgreich werden wollen.
Nur genauso verschwenden viele Marken nicht nur Tag für Tag enorme Ressourcen, sondern verschenken auch enormes Erfolgspotenzial.
Relevante Spitzenstellung
Emotion hängt immer mit Erfolg zusammen. Wurde Red Bull am Anfang belächelt, ist es heute eine enorm starke emotionale Marke. Der Hauptgrund dafür: Red Bull besitzt sowohl in der Wahrnehmung und im Gedächtnis der Kunden als auch in der KI-Suche die Kategorie Energydrink.
Das heißt: Wenn Ihre Marke heute bereits eine für die Kunden relevante Spitzenstellung besitzt, sollten Sie diese sowohl mental als auch in der KI-Suche absichern und ausbauen. Wenn Ihre Marke heute im Schatten stärkerer Mitbewerber steht, sollten Sie unbedingt sowohl aus mentaler Sicht und als auch aus KI-Sicht die Positionierung Ihrer Marke überdenken und überarbeiten. Das klare Ziel dabei: eine eigene relevante Spitzenstellung sowohl in den Köpfen der Kunden als auch in der KI-Suche. So gesehen macht die KI-Suche Positioning im Sinne von Al und Jack noch wichtiger und relvanter.
