Positionierung einer Interessensvertretung oder was die WKO Österreich tun könnte

Die Wirtschaftskammerwahlen in Österreich sind geschlagen. Der Wirtschaftsbund konnte bei leichten Verlusten seine Vormachtstellung, wie auch von den meisten nicht anders erwartet, halten. Aber natürlich zeigt die niedrige Wahlbeteiligung, dass generell das Interesse an der WKO gering sein dürfte. So schrieb auch eine Tageszeitung: „Eine Wahlbeteiligung unter 40 Prozent ist blamabel“.

Eine große, gemeinsame Idee (fehlt)

Aber wofür steht die Wirtschaftskammer in Österreich wirklich? Was ist die große gemeinsame Idee, die quasi alle Unternehmer eint und auch für die WKO eine strategische Stoßrichtung darstellt? Bevor man eine solche Frage vorschnell beantwortet, sollte man zuerst immer ein Anforderungsprofil für eine solche Idee entwickeln. Hier meine Idee dazu:

(1) Diese Idee sollte für alle Unternehmer von Interesse sein.

(2) Diese Idee sollte der WKO eine echte Legitimation in Österreich geben.

(3) Diese Idee sollte der WKO eine klare Rolle in der EU zuteilen.

(4) Diese Idee sollte der WKO global eine klare Rolle zuteilen.

(5) Diese Idee sollte der WKO eine positive Position bei Tarifverhandlungen, etc. geben.

(6) Diese Idee sollte auch klar nach innen auf die eigenen Leistungen wirken.

(7) Diese Idee sollte die WKO auch klar für die Zukunft ausrichten.

Das heißt: Bevor man strategisch kreativ wird, sollte man immer zuerst einmal ein Anforderungsprofil definieren. Damit erreicht man zwei Dinge: (1) Man setzt sich selbst einen kreativen Rahmen. (2) Man kann die einzelnen Ideen dann anhand dieses Anforderungsprofils bewerten, um sich dann für die eine Idee zu entscheiden.

Nur auf eine Idee fokussieren

Wenn man diese sieben Punkte oben nimmt, bleibt aus meiner Warte nur eine offensichtliche Idee übrig.

WKO

Für den Standort Österreich

Aus meiner Warte sollte sich die WKO als oberster Standorthüter in Österreich positionieren. Das wäre nicht nur für alle Unternehmer wichtig. Man würde sich so z. B. auch bei Tarifverhandlungen in ein eher positives Bild rücken. (Sind die anderen dann gegen den Standort Österreich?) Gleichzeitig hätte man mit dieser Positionierung eine klare, wichtige Rolle in der EU und auch in der globalen Wirtschaft. Zudem müsste man dann überlegen, welche Leistungen man bieten muss, um dieses Versprechen zu erfüllen. Natürlich müsste man auch ständig überlegen, welche neuen Leistungen es braucht, um noch stärker für den Standort Österreich einzutreten.

Wieder mehr aktive Interessensvertretung

Nur würde das wahrscheinlich auch bedeuten, dass es wieder mehr um die aktive Interessensvertretung gehen müsste. Man müsste wirklich zu einem aktiven Standortsprecher werden, der auch aktiv Forderungen an die Politik und auch an die EU stellt. Aber all diese Forderungen müssten immer im Sinne und auch mit dem Wortlaut „für einen stärkeren Standort Österreich“ positioniert werden.

Gerade wenn es darum geht, eine Interessensvertretung zu positionieren, sollte man nicht versuchen, eine Art „Markenklammer“ zu finden, mit der alle ein bisschen zufrieden sind. Vielmehr sollte man versuchen, eine proaktive Zukunftsposition zu finden, die man mit Leistungen füllen kann, um so für die Gesamtheit einzutreten. Denn von einem stärkeren Wirtschaftsstandort Österreich im Sinne einer ökosozialen Marktwirtschaft profitiert letztendlich ganz Österreich.

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