Nostalgie alleine ist zu wenig

Viele kleine Lebensmittelhändler, die ihr Geschäft zusperren mussten, können ein Lied davon singen. Solange es das Geschäft gab, kamen zu wenig Kunden, um zu überleben. Beim bzw. nach dem Zusperren begann das große Jammern in der Gemeinde, warum es keinen Nahversorger mehr gibt. Denn dann tauchten auf einmal in der Bevölkerung die „nostalgischen Gefühle“ auf, die sich ein Geschäft wie früher wünschten.

Die große Internet-Gemeinde Facebook

Jetzt spielt sich etwas Ähnliches im Internet ab. So gibt es jetzt auf Facebook die Seite „Rettet die Niemetz Schwedenbomben“, nachdem sich das Unternehmen zurzeit im Sanierungsverfahren befindet. Wie gut diese Aufforderung und damit auch die Mundpropaganda im Netz funktionieren, zeigen nicht nur die rasant steigenden Fanzahlen auf dieser Seite, sondern auch die APA Meldung, dass es in Supermärkten bereits zu Engpässen bei Niemetz Schwedenbomben komme.

Die Frage ist natürlich jetzt, ob es sich dabei um einen kurzfristigen Nostalgie-Hype oder um eine echte Trendwende für Niemetz Schwedenbomben handelt? Als das Eis Paiper aufgrund des Buchs Wickie, Slime und Paiper wieder eingeführt wurde, schaffte auch dieser „Eisklassiker“ nur ein kurzfristiges Comeback. Heute ist das Eis wieder verschwunden.

Aus Markensicht richtig reagieren

Entscheidend wird jetzt sein, was das Management von Niemetz aus diesem „Facebook-Hype“ macht. Dazu sollte man unbedingt zwei Punkte beachten: Punkt 1: Man sollte auf gar keinen Fall versuchen, jetzt selbst diesen Hype auf Facebook mit aktiven offensichtlichen Unternehmensmaßnahmen zu verstärken. Denn dies könnte den genau gegenteiligen Effekt herbeiführen. Punkt 2: Man sollte sich jetzt aber unbedingt überlegen, wie man die Marke neu für die Zukunft positioniert. Denn dieser derzeitige Nostalgie-Effekt auf Facebook wird sicher wieder abflachen. Dann aber sollte Niemetz selbst mit einer Idee aufwarten, warum die Niemetz Schwedenbomben auch in Zukunft unbedingt einen Platz im Leben der Menschen und in den Regalen der Supermärkte haben sollten. Fazit: Dieser Facebook-Hype gibt Niemetz ein Chance, aber mehr auch nicht.

Erschien im Original (gekürzt) in Medianet vom 19. Februar 2013

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