It’s T-Mobile-Time oder was T-Mobile jetzt wagen könnte

A1 mutierte kürzlich vom führenden Mobilkom-Anbieter zum Alles-für-alle-Telekommunikationsanbieter. Dabei wirkt man in der Werbung zurzeit so wie ein Mobilfunkanbieter, der nebenbei auch Festnetz, TV und Co. anbietet. Die Festnetzsparte (früher Telekom Austria) ist quasi über Nacht in der Kommunikation verschwunden. A1 ist so gerade dabei den Fokus zu verlieren.

Dazu sollten wir uns das 1. Gebot der 22 unumstößlichen Gebote des Brandings von Al und Laura Ries ansehen. Dieses lautet: „Die Stärke einer Marke ist indirekt proportional zu ihrer Breite.“ Das heißt: Je breiter die Marke A1 wird, desto verwundbarer wird sie auch gegenüber klar fokussierten Konkurrenzattacken. Dies könnte die große Chance für T-Mobile sein. Nur dazu müsste sich T-Mobile dreifach fokussieren.

Fokus 1: Mobilfunk

Der erste Fokus ist klar, weil er auch im Namen T-Mobile enthalten ist. Wenn A1 alles für alle macht, sollte sich T-Mobile klar auf den Bereich Mobilfunk fokussieren. Hier könnte man auch relativ schnell zum Themen- und auch Technologieführer werden. Die neue A1 muss über viele Themen (Mobiltelefonie, mobiles Internet, Festnetz, Fernsehen, …) kommunizieren, T-Mobile kann die gesamte Kommunikation auf den Bereich Mobilfunk konzentrieren. Dazu kommt auch, dass die neue Werbelinie von A1 total auf den Endkunden ausgerichtet ist. Die alte A1-Linie wirkte viel technologischer und sprach damit auch sehr viel mehr die Business-Sprache. Damit sind wir beim zweiten Fokus.

Fokus 2: Business

So sollte T-Mobile den Fokus noch einmal verengen, nämlich auf den Bereich Geschäftskunden. So hat T-Mobile mehr Business-Image als Orange oder Telering oder auch 3. T-Mobile war/ist die Business-Alternative zu A1. Nur dazu bräuchte man auch eine wirklich aktuelle Idee, die die Businesskunden bewegt und damit kommen wir zum dritten Fokus.

Fokus 3: Roaming

So könnte T-Mobile die Roaming-Gebühren zwischen Deutschland und Österreich abschaffen. Das ist sicher eine Idee, die viele Businesskunden in Österreich anspricht, da Deutschland unser wichtigster Exportmarkt ist.

Diese Idee könnte der Startschuss für eine T-Mobile-Offensive sein, um in Österreich in Zukunft die Standards im Mobilfunk zu setzen. Der Zeitpunkt wäre jetzt für T-Mobile ideal. Denn so zeigt die Geschichte, dass Unternehmen, die fusionieren, in der Regel mehr mit sich selbst als mit dem Markt beschäftigt sind. Und wenn T-Mobile zusätzlich etwas Glück hat, startet Tele 2 jetzt am anderen Ende der Front eine Festnetzoffensive.

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3 Antworten zu It’s T-Mobile-Time oder was T-Mobile jetzt wagen könnte

  1. Ralf Tometschek schreibt:

    Ich bin gespannt, was die anderen so machen werden. Näher als die „Gegenfokussierung“ (erforderte Mut) liegt vielleicht, dass sie über Partnerschaften versuchen werden, auch „konvergent“ dazustehen – ob sie damit jemals ein vergleichbares Angebot tatsächlich schaffen, sei dahin gestellt. In Deutschland hat T-Mobile beispielsweise das Wort „Mobile“ gedropped, alles ist jetzt nur noch „T“. Die derzeitige Business-Kampagne von T-Mobile? Naja. Damit werden sie den Marktführer nicht ernsthaft gefährden, wir haben von A1 auch noch keine Business-Kampagne gesehen. Die anderen sind eigentlich zu unbedeutend und auch von ihrem Unternehmenshintergrund zu „shaky“, um als Business-Partner langfristig sicher zu wirken. Auf der Marken-Top-in-mind-Leiter haben eh nur zwei Platz 😉 Aber vielleicht findet sich ja wirklich ein Anbieter, der den selben Mut und Witz aufbringt, wie zB Enterprise als Autovermieter, der die anderen von der oberste Sprosse vertrieben hat?! Das Match bleibt spannend.

    • michaelbrandtner schreibt:

      Ich denke mit Konvergenz ist A1 in Österreich nicht zu schlagen. Nur Konvergenz schafft oft für den Anbieter mehr Probleme als Vorteile. Dazu kommt, dass die Welt immer mobiler wird, während das Festnetz an ein Land gebunden ist. Mobilfunk ist das nicht! Es wird wahrscheinlich nie eine weltweit führende Festnetzmarke geben. Aber es könnte eine weltweit führende Mobilfunk-Marke geben. Diese wäre wahrscheinlich eine Business-Marke, frei nach dem Motto: „Wenn Ihr Geschäft global ist, brauchen Sie einen globalen Partner“.

  2. Tina schreibt:

    zunächst danke für den sehr interessanten Beitrag!
    meine frage ist nur warum verliert tmobile austria immer wieder marktanteile? mit der übernahme von tmobile stieg der marktanteil rasant und mit den darauffolgenden jahren ist er immer wieder gesunken? warum ist das so?

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