Die doppelte Markenlektion des Didi Schweiger

Am 15. Dezember dieses Jahres konnte man Folgendes auf Süddeutsche.de lesen: „“Leistung fängt bei uns mit einer individuellen Qualitätskontrolle an“: Teure Imagefilme leisten sich gewöhnlich nur Großkonzerne. Jetzt hat Didi Schweiger aus München auch einen – ja, der Obsthändler an der Uni.“ In diesem Imagefilm (http://www.youtube.com/watch?v=DXIsTTH2wzg) macht man sich gekonnt über die oft abgehobene Welt des Marketings lustig. Aber was kann man daraus für das eigene Marketing lernen?

Lektion 1: Erden Sie Ihr Marketing

Gerade das Marketing neigt immer mehr zu abgehobenen Floskeln. Das zeigt nicht nur dieses Imagevideo von Didi Schweiger. Das zeigt auch die Praxis: So ist eine Fluglinie keine Fluglinie mehr sondern ein Aviation-Konzern, ein Paketzusteller kein Paketzusteller mehr sondern ein integriertes Logistikunternehmen.

Wenn man sich aber die großen Markenerfolge ansieht, dann beruhen diese immer noch auf einfachen Ideen, die sich – wie wir auch immer wieder wiederholen – oft auf ein einziges Schlagwort reduzieren lassen:

Geox …. atmet

Dr. Best ….. nachgebend

Coca-Cola ….. Original

BMW ….. Fahrfreude

Audi ….. Technik

Wagner Pizza ….. Steinofen

Krombacher ….. Felsquellwasser

Zotter ….. Handgeschöpft

Wenn man sich diese Wörter ansieht, fällt einem sofort auf, dass dies keine erfundenen Wörter sind, sondern Wörter, die man so in jedem Wörterbuch findet. Nur genau solche Wörter werden oft in Managementmeetings gering geschätzt, weil sie zu wenig wissenschaftlich und/oder aufregend klingen. Das sollte nicht sein. Denn es sind genau diese Wörter, die in den Köpfen der Kunden funktionieren.

Lektion 2: Verzichten Sie auf Gags im Marketing

Als ich das letzte Mal einen Blick auf YouTube und dieses Video, das sich selbst auch als „Mutter aller Imagefilme“ tituliert, warf, konnte ich feststellen, dass es bereits 95.895 Mal angeklickt worden war. So bin ich mir jetzt schon sicher, dass viele Marketing- und/oder/auch Social-Media-Experten dieses Video als echten Social-Media-Coup feiern werden, also als viralen Supererfolg.

Nur dabei übersieht man gerne eine entscheidende Frage, nämlich diese: „Was wirkt langfristig nach?“ Die Antwort in diesem Fall: „Wahrscheinlich nicht viel!“ Genau das ist ein Riesenproblem, wenn man einen Hype im Internet auslöst. Man steht kurzfristig im Mittelpunkt, aber langfristig bleibt wenig übrig. Nur genau das sollte nicht sein. So ist es in vielen Fällen viel besser, dass man in der realen und in der digitalen Welt Schritt für Schritt Fans und Follower gewinnt.

Von Facebook selbst lernen

Nehmen Sie Facebook! Heute ist Facebook das größte soziale Netzwerk dieser Erde. Das war nicht immer so. Denn als Facebook startete, war MySpace das weltweit führende soziale Netzwerk. Facebook fand seine eigene Nr. 1-Position als soziales Netzwerk der Uni Havard. Facebook engte so künstlich den eigenen Markt ein, um diesen dafür zu dominieren. Dann weitete man den Markt auf Universitäten aus und der Rest ist Geschichte. Genau das sollten viele tun, die heute eine starke Marke bauen wollen: Den Markt künstlich einengen, statt versuchen, alle anzusprechen, um ihn dann Schritt für Schritt gezielt auszudehnen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Fokussierung, Markenführung, Markenlektion abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s