Griechenlands vertane Marketingchance oder warum das Offensichtliche oft nicht genutzt wird

Im WirtschaftsBlatt vom 9. April dieses Jahres lautete eine Headline: „Vienna City Marathon: Das Geschäft mit 42,2 Kilometern“. So wird alleine die Stadt Wien durch dieses Event laut diesem Artikel um 55 Millionen Euro reicher. Kein Wunder, dass der Marathon als Event seit Jahren um die Welt geht, egal ob in New York, London, Berlin, in Wien oder auch in Linz.

Und das Original?

Interessant dabei ist, dass der Marathon eigentlich aus Griechenland kommt. So berichtet die Legende, dass ein Läufer sich nach dem Sieg der Athener über die Perser in der Schlacht von Marathon im Jahr 490 vor Christus auf den knapp 40 Kilometer langen Weg nach Athen gemacht habe und dort nach der Verkündung seiner Botschaft „Wir haben gesiegt“ tot zusammengebrochen sei.

Welche Chance, um quasi den Urmarathon wiederzubeleben! Nur die Griechen selbst kommen anscheinend nicht auf die Idee den Marathon marketingtechnisch zu nutzen. Dabei könnte gerade Griechenland aktuell jeden Euro und jeden Cent brauchen.

Enormer globaler Werbewert

Gerade der Urmarathon hätte auch in Summe für Griechenland einen enormen globalen PR- und damit auch Werbewert, da ein Original immer höher eingeschätzt wird als eine Kopie. So wäre dieses Event für Griechenland generell eine Chance, sich aktiv in Europa und der Welt als Urlaubsland und auch als Wirtschaftsstandort zu positionieren. Zusätzlich würde so ein Event zeigen, dass man selbst aktiv Maßnahmen setzt, um aus der Krise zu kommen.

Aber gerade das Offensichtliche zu nutzen, fällt vielen Nationen und auch vielen Unternehmen schwer, weil es aus der eigenen Innensicht zu nahe und zu offensichtlich ist. Dies ist sicher auch der Grund, warum Coca-Cola immer wieder auf der Suche nach neuen Slogans wie aktuell etwa „Mach Dir Freude auf“ ist, statt den einzig echten und wahren Slogan „It’s the real thing“ zu nutzen. Nur genau das bringt die Einzigartigkeit von Coca-Cola auf den Punkt.

Der Marathon für Griechenland, Dracula für Rumänien und Sound of Music für Österreich. Für Außenstehende mögen dies tolle und vor allem auch Erfolg versprechende Konzepte sein. Ganz anders die Innensicht: Da werden diese Konzepte oft als zu offensichtlich, zu kitschig und zu wenig kreativ gesehen. Schade, denn genauso lässt man oft die besten Chancen ungenutzt liegen.

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