Conchita Wurst und die Macht der Visualisierung

Hätten Österreich bzw. Conchita Wurst auch den Song Contest 2014 gewonnen, wenn Thomas Neuwirth als Thomas Neuwirth sein Lied „Rise Like A Phoenix“ gesungen hätte? Wetten Sie nicht darauf! Ein wesentlicher Aspekt zum Erfolg war, dass er seine Botschaft der Toleranz mit seiner Kunstfigur Conchita Wurst perfekt visualisierte und sich damit klar von den anderen Künstlern und Künstlerinnen abhob.

Visuell herausstechen

Das ist ein wichtiger Aspekt. So bleiben viele starke verbale Botschaften auf der Strecke, weil ihnen die Visualisierung fehlt. Werfen wir dazu einen Blick auf den amerikanischen Automarkt! Der Honda Civic Hybrid war dort vor dem Toyota Prius auf dem Markt. Nur der Honda Civic Hybrid ging visuell unter, weil er wie jeder andere Honda Civic aussah. Man musste ganz genau am Heck den Schriftzug ablesen, um zu erkennen, dass es sich um ein Hybrid-Modell handelt.

Ganz anders der Prius von Toyota, der aufgrund seiner einzig- oder auch eigenartigen Form sofort als Hybridauto aus der Masse der Autos hervorstach. Der Prius war nicht nur ein Hybridauto (die verbale Botschaft). Er sah auch wie ein Hybridauto aus. (die visuelle Dramatisierung der verbalen Botschaft.) Die Form des Prius war der perfekt geeignet, um die verbale Idee „Prius ist das Hybridauto“ zu hämmern. Natürlich verkauft sich der Prius auch bedeutend besser als das Hybridmodell des Honda Civics.

Ideen immer auch visualisieren

Aber anscheinend ist die Civic-Lektion spurlos an der Autoindustrie verbeigegangen. So werden die meisten Elektro- und Hybridautos heute immer noch in konventionellen Karosserien einfach vor der Öffentlichkeit versteckt. Nur zwei große Ausnahmen gibt es, die wirklich herausstechen: Das ist einmal BMW mit dem i3 und demnächst mit dem i8 und dann ist das natürlich Tesla. Wobei Tesla mutiger als BMW ist. Sowohl der i3 als auch der i8 werden immer „nur“ die Elektroautos von BMW sein. Tesla hat die Chance die Elektroauto-Marke schlechthin zu werden. So gesehen kann die Markenwelt auch ein wesentliche Lektion von Conchita Wurst lernen, nämlich die: Vergessen Sie nie Ihre verbale Idee auch visuell zu differenzieren.

Erschien im Original in Medianet vom 20. Mai 2014

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Eine Antwort zu Conchita Wurst und die Macht der Visualisierung

  1. Christian Berentzen schreibt:

    Vielleicht gibt es ja bald eine „Conchita“ als österreichische Salamispezialität…..

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