Die Macht der Beeinflussung oder was man von der Kunst fürs Marketing lernen kann

Kürzlich machte, wie die Tageszeitung Die Presse am 3. Dezember dieses Jahres berichtete, ein dänisch-österreichisches Forscherteam ein Experiment mit Zahnmedizinstudenten zum Thema, wie das Umfeld die Wahrnehmung von Kunst beeinflusst. Bei den Kunstwerken in diesem Experiment handelte es sich um Bilder von unbekannten Künstlern aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Drei Umfeldsituationen in Summe

Dabei gab es im ersten Experiment zwei Umfeldsituationen. Einer Gruppe der Studenten wurde, bevor sie selbst die Bilder beurteilten, mitgeteilt, wie Kunstexperten bzw. Studienkollegen die Bilder beurteilt hatten. Einer zweiten Gruppe wurde vor der eigenen Beurteilung mitgeteilt, wie diese Bilder von Langzeitarbeitslosen und Studienabbrechern beurteilt worden waren. Natürlich gab es dabei jeweils eine Kontrollgruppe, die die Bilder unvoreingenommen beurteilen mussten.

Im zweiten Experiment wurde den Studenten vor der Beurteilung mitgeteilt, welche Preise die Kunstwerke bei Auktionen angeblich erzielt hätten, wobei die billigsten bei 20 bis 40 Millionen Euro und die teuersten bei 200 bis 250 Millionen Euro lagen. Hier ging es also darum, ob und wie die Höhe des Preises die Wahrnehmung eines Kunstobjektes beeinflusst.

Die wesentlichen Erkenntnisse

In der ersten Gruppe gefielen vor allem jene Bilder, die von den Kunstexperten und den Studienkollegen bereits vorher sehr positiv bewertet worden waren. Negative Beurteilungen hatten aber keine Auswirkungen auf die Wahrnehmung und die Beurteilung. In der zweiten Gruppe missfielen vor allem jene Bilder, die von den Langzeitarbeitslosen bzw. den Studienabbrechern positiv beurteilt wurden. Hier gefielen vor allem die Bilder, die vorher abgelehnt worden waren.

Bei den Kunstwerken mit fiktiven Auktionspreisen gefiel eher, was teurer war. Hier bestätigten sich auch wieder einmal die Erkenntnisse aus diversen Konsumentenforschungen bei Luxusgütern, die zeigten, dass der Preis ein ganz wesentlicher Qualitätsindikator ist.

Keine Entscheidung im Vakuum

Vor allem aber zeigt auch dieses Experiment, dass wir Menschen keine Entscheidung im Vakuum treffen. Wir werden so gut wie immer von unserem Umfeld mitbeeinflusst, ganz egal ob von unserer Familie, von Experten, von analogen und digitalen Medien oder auch von Qualitätsbeurteilungen auf Amazon oder sonst einer Webplattform. Vor allem aber sollte man immer bedenken, dass die angestrebte Qualitätspositionierung und der Verkaufspreis immer perfekt zusammenspielen sollten, denn aus Kundensicht ist der Preis untrennbar mit dem Produkt verbunden.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Image, Marketing, Medien, Perceived Quality, Positionierung, Preis, Preispositionierung, Wahrnehmung abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s