„Unabhängig für Österreich“ oder nur der zweitbeste Slogan für Irmgard Griss

Ein guter Slogan sollte nicht nur die eigene Marke auf den Punkt bringen. Ein guter Slogan sollte immer auch direkt oder indirekt den Mitbewerb repositionieren. Als Coca-Cola sich vor Jahren im Slogan als „The real thing“ positionierte, repositionierte man damit gleichzeitig auch alle Mitbewerber als „Kopien“.

Unabhängig versus abhängig

So gesehen ist das Wahlkampfmotto oder der Wahlkampfslogan von Irmgard Griss „Unabhängig für Österreich“ sicher nicht schlecht. Sie ist neben Richard Lugner die einzig wirklich unabhängige Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten. So wird Rudolf Hundstorfer klar der SPÖ, Andreas Kohl der ÖVP, Norbert Hofer der FPÖ und Alexander Van der Bellen wird, ob er mag oder nicht, den Grünen zugeordnet.

Auch muss sich Irmgard Griss keine Sorgen machen, dass ihr Richard Lugner dieses Attribut „unabhängig“ streitig machen könnte. Dazu hat er sich selbst zu sehr in Richtung „Politclown“ positioniert und liegt auch von den Umfragewerten weit hinter ihr.

Österreich versus Partei

Nur hätte man diese Unabhängigkeit noch schärfer formulieren können, um damit für mehr Kontroverse zu sorgen und um damit die anderen „abhängigen“ Kandidaten noch mehr zu repositionieren. Meine Idee dafür: „Für Österreich, nicht für eine Partei“.

Denn damit hätte man impliziert bzw. suggeriert, dass die anderen Kandidaten für eine Partei und nicht für Österreich antreten. Gleichzeitig hätte man so den Wählern und Wählerinnen die Wahl generell mental vereinfacht. Man hätte so, wenn man von Richard Lugner absieht, nicht mehr zwischen fünf Kandidaten, sondern zwischen einer Kandidatin, die für Österreich ist, und vier, die eher für eine Partei sind, wählen müssen.

Positionieren und repositionieren

Fazit: „Unabhängig für Österreich“ ist sicher kein schlechter Slogan, aber „Für Österreich, nicht für eine Partei“ würde das Ganze noch mehr auf den Punkt bringen und gleichzeitig die starken Mitbewerber noch stärker repositionieren. Und das ist aus Markensicht nie eine schlechte Idee für einen Herausforderer oder eine Herausforderin. So sollte eine starke Markenidee nicht nur die eigene Marke positionieren, sondern, wie bereits erwähnt, den Mitbewerb gleichzeitig klar repositionieren.

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