Wahrnehmung versus Realität oder was man aktuell vom Smartphone-Markt lernen kann

Das Management lebt in der Regel in einer Welt der harten Zahlen, Daten und Fakten. So sind Strategiepapiere voll davon. Viel zu kurz kommt dabei oft die Wahrnehmung der Kunden. Nur wenn die harten Zahlen, Daten und Fakten des Managements mit der Wahrnehmung der Kunden kollidieren, gewinnt in der Regel die Wahrnehmung der Kunden.

Der aktuelle Smartphone-Markt

Nehmen Sie den aktuellen Smartphone-Markt in Österreich. Wer liegt hier auf Platz 1, auf Platz 2 und auf Platz 3? In der Wahrnehmung der Kunden, wahrscheinlich auch in Ihrer Wahrnehmung dürfte das Ranking so aussehen, nämlich iPhone vor Samsung Galaxy und Huawei.

Falsch: Aktuell liegt Samsung mit 54 Prozent Marktanteil klar vor Apple mit 22 Prozent Marktanteil. Auf Platz 3 folgt dann Xiaomi mit bereits 16 Prozent Marktanteil. Huawei ist nicht mehr in den Top 5 zu finden. In Europa sieht es noch einmal anders aus. Hier führt ebenfalls Samsung, aber „nur“ mit 35 Prozent Marktanteil. Auf Platz 2 folgt bereits Xiaomi mit 23 Prozent gefolgt von Apple mit gerade einmal 19 Prozent.

Der Kampf um die Wahrnehmung

Während mental Apple und Samsung klar als Marktführer und Herausforderer positioniert sind, ist der Kampf um den dritten Platz offen. Dadurch dass Huawei nicht mehr von Google unterstützt wird, ist jetzt der mentale Kampf um diesen Platz neu eröffnet. Dazu genügt es aber nicht, dass man tatsächlich auf dem dritten Platz liegt, sondern entscheidend ist, dass man sich diesen dritten Platz auch dauerhaft mental erobert.

Dazu sollten wir einen Blick in die Vergangenheit werfen: Im Jahr 2011 lagen drei Marken in Europa auf Platz 3, nämlich Huawei, ZTE und LG, 2012 war es dann LG, 2013 wieder LG, 2014 ebenfalls LG, 2015 war es dann Huawei und ab 2016 sicherte sich Huawei diesen Platz mit dem Fokus auf „Kamera“, wobei man 2019 sogar gleichauf mit Apple auf Platz 2 lag. 2020 verlor dann Huawei massiv an Boden, während Xiaomi den dritten Platz übernahm.

Der Job Nr. 1 für Xiaomi

Huawei konnte sich den dritten Platz deshalb absichern, weil man mit dem Fokus auf Kamera und dem Ingredient Brand Leica eine klare Differenzierung zum iPhone und zum Samsung Galaxy schaffte. Genau das wird jetzt auch der Job Nr. 1 für Xiaomi werden, wenn man sich langfristig als die Alternative zu den beiden Marktführern positionieren möchte. Das heißt aber auch: Wer langfristig die eigene Marke erfolgreich in die Zukunft führen möchte, sollte – neben den harten Zahlen, Daten und Fakten – immer speziell die Wahrnehmung der Kunden im Auge haben. So einfach in der Theorie, oft so schwer in der Praxis.

Dieser Beitrag wurde unter Differenzierung, Digitalisierung, Fokus, Fokussierung, Herausforderer, Ingredient Brand, Management, Marke, Markenführung, Markenfokus, Marktführer, Positionierung, Strategie, Wahrnehmung, Wettbewerb, Zukunft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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