Markenfarbe: Wie man diese wählt oder auch nicht wählt

In unserem E-Book „Visueller Hammer“ beschreiben Laura Ries und ich 10 Wege, wie man eine Marke visuell positionieren kann. Einer dieser Wege ist die Markenfarbe. So ist Coca-Cola rot, IBM blau, Milka lila, UPS braun und beim ÖAMTC bzw. ADAC spricht man sogar von den gelben Engeln. Hier wird die visuelle Positionierung sogar aktiv verbalisiert.

Zwei Arten der Farbwahl

Um aber die perfekte Farbe für die eigene Marke zu finden, gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten. Die eine – in der Praxis meist bevorzugte Möglichkeit – ist die, dass man versucht, die typische Farbe zu finden, die am besten zur Produktkategorie, in der die Marke tätig ist, passt. Das heißt: Man überlegt, welche Farbe aus Kundensicht am besten zur Produktkategorie und damit auch zur Marke passt.

Nur genau diese Art der Farbwahl führt in vielen Fällen dazu, dass sich die Marken in einer bestimmten Produktkategorie sehr ähnlich oder im Laufe der Zeit immer ähnlicher werden. Nur wenn sich alle Anbieter in einer Branche immer ähnlicher werden, wird in der Regel der tiefe Preis als Auswahlkriterium für die Kunden immer wichtiger. Genau deshalb kann es Sinn machen, dass man aktiv gegen diese Branchenregel verstößt, um eine für die Produktkategorie neue und damit oft auch untypische Farbe zu wählen. Damit sind wir bei der zweiten Art der Farbwahl, die sich vor allem am Wettbewerb ausrichtet.

Von KTM, Dyson und Milka lernen

Ein sehr gutes Beispiel für diese zweite Art der Farbwahl ist KTM. Dazu erklärte kürzlich KTM-Sanierer Stefan Pierer im Magazin Red Bulletin (Ausgabe August 2016), wie es zur Markenfarbe Orange bei KTM kam. So sagte er: „Per Ausschlussprinzip. Alle anderen Farben waren belegt. Rot: Honda. Blau Yamaha. Gelb: Suzuki. Grün: Kawasaki. Orange als positive, kräftige Farbe hat sich angeboten. Türkis war wohl keine Lösung.“

Diese Art der Farbwahl wird in Zukunft in unserer kommunikationsüberfluteten Gesellschaft immer wichtiger werden. So war es auch von James Dyson eine brillante Entscheidung, bei der Einführung seiner beutellosen Staubsauger auf die Farbe Gelb zu setzen. Ähnliches gilt auch für Milka mit der Farbe Lila und der Lila-Kuh. Lila ist sicher keine typische Farbe für Schokolade, dafür aber hilft sie extrem, Milka einzigartig und vor allem auch in den Regalen unverwechselbar zu positionieren.

Nur leider haben viele Unternehmen Angst vor dieser Art der untypischen Farbwahl. Dabei übersehen sie einen aus Markensicht wesentlichen Punkt, nämlich diesen: Wer erfolgreich Regeln bricht, stellt neue Regeln auf. Dies sollte immer ein Kerngedanke bei der Positionierung sein, egal ob man sich dann aktiv dafür oder dagegen entscheidet, eine oder mehrere Regeln zu brechen.

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Eine Antwort zu Markenfarbe: Wie man diese wählt oder auch nicht wählt

  1. Prom Wallinger schreibt:

    Das größte Kompliment für eine Marke ist, wenn sie „raving fans“ hat und diese begeisterten Anhänger die Firmenfarbe sogar in Alltagsgesprächen verwenden.

    Gestern gehört von einem Tesla-Fahrer, einem erfolgreichen Unternehmer:

    „Ich habe mir einen roten Pullover angezogen, weil die Tesla-Firmenfarbe rot ist.“

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