Best Global Brands: Deutsche Marken im Rück- und Ausblick

Wie jedes Jahr seit 2001 präsentiert Interbrand im Herbst auch heuer die wertvollsten globalen Marken dieser Erde. Während die Top 5 mit Apple, Amazon, Microsoft, Google und Samsung fest in der Hand von Technologiemarken sind, findet man aktuell auch 11 deutsche Marken in diesen Top 100. Dabei zeigt sich einerseits klar die Vormachtstellung in der Autoindustrie, aber andererseits auch klar ein Defizit an Zukunftsmarken.

Im Jahr 2020 ist Deutschland mit Mercedes-Benz (Rang 8, Markenwert: 49,3 Milliarden US-Dollar), BMW (Rang 11, 39,8 Milliarden), SAP (Rang 18, 28,0 Milliarden Dollar), Allianz (Rang 39, 12,9 Milliarden), Audi (Rang 44, 12,4 Milliarden), VW (Rang 47, 12,3 Milliarden), Adidas (Rang 50, 12,0 Milliarden), Porsche (Rang 55, 11,3 Milliarden), Siemens (Rang 61, 10,5 Milliarden), DHL (Rang 81, 6,3 Milliarden) und Mini (Rang 95, 5,0 Milliarden) in den Top 100 der wertvollsten Marken laut Interbrand vertreten.

Dieses Ranking spiegelt somit auch klar die aktuelle Stärke der deutschen Automobilindustrie wider. Sie stellt 6 von 11 deutschen Marken und macht in Summe mit einem Wert von 130,1 Milliarden US-Dollar mehr als 65 Prozent des Gesamtwertes der deutschen Marken im Ranking aus. Interessant dabei ist, dass alleine Apple, Amazon, Microsoft und Google jeweils mehr wert sind als diese sechs deutschen Automarken zusammen.

Vom Gesamtwert aller 100 Marken (2.336,5 Milliarden US-Dollar) beträgt der Gesamtwert der deutschen Marken mit einem Wert von 199,8 Milliarden gerade einmal 8,5 Prozent, wenn man „nur“ den Gesamtwert der Top 5 (917,4 Milliarden) als Basis nimmt, dann sind es 21,2 Prozent.  Aber all dies ist nur eine Momentaufnahme. Deshalb sollte man einen Blick in die Vergangenheit werfen, bevor man einen Ausblick auf die Zukunft wagt.

Ein Rückblick in das Jahr 2001

Damals waren die Top 5 Coca-Cola, Microsoft, IBM, GE und Nokia mit einem Gesamtwert von 264,3 Milliarden US-Dollar. Deutschland war vertreten mit Mercedes-Benz (Rang 12, 21,7 Milliarden US-Dollar), BMW (Rang 22, 13,9 Milliarden), Volkswagen (Rang 35, 7,3 Milliarden), SAP (Rang 43, 6,3 Milliarden), Adidas (Rang 70, 3,8 Milliarden), Nivea (Rang 87, 1,8 Milliarden) und Siemens (Rang 98, 1,0 Milliarden).

In Summe waren dies sieben Marken mit einem Gesamtmarkenwert von 55,8 Milliarden US-Dollar, wobei der Wert der deutschen Automarken 42,9 Milliarden, also 76,9 Prozent ausmachte. Seit damals waren zudem Mercedes-Benz, BMW, VW, SAP, Adidas und Siemens immer in den Top 100 vertreten. In Relation zu den Top 5 betrug der Wert der deutschen Marken damals 21,1 Prozent.

Ein Rückblick in das Jahr 2010

Neun Jahre später waren die Top 5 Coca-Cola, IBM, Microsoft, Google und GE. Der Wert dieser fünf Marken betrug 2010 in Summe 282,5 Milliarden US-Dollar. Die deutschen Marken in den Top 100 waren Mercedes-Benz (Rang 12, 25,2 Milliarden US-Dollar), BMW (Rang 15, 22,3 Milliarden), SAP (Platz 26, 12,8 Milliarden), Siemens (Rang 49, 7,3 Milliarden), Volkswagen (Rang 53, 6,9 Milliarden), Adidas (Rang 62, 5,5 Milliarden), Audi (Platz 63, 5,5 Milliarden), Allianz (Platz 67, 4,9 Milliarden), Porsche (Platz 72, 4,4 Milliarden) und Nivea (Rang 87, 3,7 Milliarden).

Damit war die Summe der deutschen Marken von 7 im Jahr 2001 auf 10 gewachsen, wobei zwischendurch auch Puma und Thyssen-Krupp in diesen Top 100 vertreten waren. Interessant dabei ist auch, dass es Deutschland nie schaffte, mit mehr als 11 Marken gleichzeitig vertreten zu sein. Im Jahr 2010 lag der Gesamtwert der deutschen Marken bei 148 Milliarden US-Dollar. Der Wert der vertretenen Automarken lag bei 64,3 Milliarden bzw. bei „nur“ mehr 43,4 Prozent des Gesamtwertes der deutschen Marken. In Relation zu den Top 5 betrug der Wert der deutschen Marken 52,4 Prozent.

Ein Rückblick in das Jahr 2015

In diesem Jahr waren die Top 5 Apple, Google, Coca-Cola, Microsoft und IBM mit einem Gesamtwert von 501,8 Milliarden US-Dollar. Deutschland war vertreten mit BMW (Rang 11, 37,2 Milliarden US-Dollar), Mercedes-Benz (Rang 12, 36,7 Milliarden), SAP (Platz 26, 18,8 Milliarden), VW (Platz 35, 12,5 Milliarden), Audi (Platz 44, 10,3 Milliarden), Siemens (Platz 53, 8,6 Milliarden), Allianz (Platz 54, 8,5 Milliarden), Porsche (Platz 65, 8,1 Milliarden), Adidas (Platz 62, 6,8 Milliarden), DHL (Platz 80, 5,4 Milliarden), Boss (Platz 96, 4,3 Milliarden)

Der Gesamtwert dieser 11 Marken lag bei 157,2 Milliarden US-Dollar. Der Wert der deutschen Automarken machte in Summe 104,8 Milliarden aus. Das sind 66,7 Prozent des Gesamtwertes aller deutschen Marken im Ranking. In Relation zum Gesamtwert der Top 5 betrug der Wert der deutschen Marken 31,3 Prozent.

Der Ausblick in die Zukunft

Wenn man diese fast 20 Jahre Revue passieren lässt, gibt es aus Markensicht klar eine gute Nachricht für die deutschen Marken. Man hat vor allem mit 10 dieser 11 Marken aktuell eine solide Basis in den Top 100 für die Zukunft. Ob sich Mini (aktuell auf Platz 95) halten kann, wenn noch mehr Technologiemarken aus den USA oder demnächst vielleicht aus China nachrücken, ist fraglich. Aber genau hier folgt auch die schlechte Nachricht für die deutschen oder auch für die europäischen Marken. Denn wenn man einmal von Spotify (Platz 70) absieht, kommen die starken Newcomer-Marken aus den USA etwa mit Amazon (Rang 2), Google (Rang 4), Facebook (Rang 13), Instagram (Platz 19), YouTube (Rang 30), Tesla (Platz 40), Netflix (Platz 41), Ebay (Platz 46), Salesforce (Platz 58), PayPal (Platz 60), LinkedIn (Platz 90), Uber (Platz 96) und Zoom (Platz 100). So gesehen ist dieses Ranking eine klare Bestätigung für die Stärke der deutschen Marken, aber man kann es auch als Warnung für die Zukunft sehen. Das gilt speziell dann, wenn der Wert der deutschen Automarken im Elektrozeitalter sinken sollte.

Erschien im Original auf Horizont.net

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