Die Siri Markenlektion oder was auch Apple heute von Steve Jobs lernen kann

Vor 10 Jahren präsentierte Steve Jobs das erste iPhone. Damals war Apple als Marke laut Interbrand 11,04 Milliarden US-Dollar wert. Heute (Stand 2016) ist Apple laut Interbrand mit 178,12 Milliarden US-Dollar die wertvollste Marke der Welt. Der Großteil dieses Wertzuwachses kommt sicher aus dem Erfolg des iPhones. Bislang wurden so in Summe laut Wikipedia 15 verschiedene iPhone-Modelle inklusive den aktuellen Modellen iPhone 7 und iPhone 7 Plus vorgestellt. Nur eine diese Präsentationen, wenn man von der Erstpräsentation im Januar 2017 absieht, stach dabei besonders hervor, nämlich die des iPhone 4s.

Eine besonders herausstechende Präsentation

Dazu eine wichtige Frage: Was alles kann ein iPhone? Viel, sehr viel! Man kann damit telefonieren, E-Mails versenden und empfangen, im weltweiten Netz surfen, die eigenen Termine planen und koordinieren, sich navigieren lassen, fotografieren, Musik hören, Videos abspielen, die eigenen sozialen Netzwerke pflegen und vieles, vieles, vieles mehr.

Was machen die meisten Unternehmen, wenn Sie ein Produkt haben, das viele Dinge gleichzeitig kann und gleichzeitig auch in vielen dieser Dinge innovativ ist? Sie versuchen in der Regel alle diese Features an den Mann oder die Frau zu bringen!

Was machte Steve Jobs bei der Präsentation des iPhones 4s? Er fokussierte die gesamte Präsentation auf eine einzige zentrale Innovation, nämlich auf die Software oder besser auf den persönlichen Assistenten Siri. Damit setzte Apple nicht nur einen neuen Standard, sondern unterstrich auch massiv den eigenen Führungsanspruch in Summe bei Smartphones.

Gegen den Instinkt

Nur genau dieses Weglassen und Fokussieren auf eine zentrale Idee oder ein zentrales Feature widerspricht klar dem Instinkt vieler Unternehmer und Manager. Sie möchten ihren Kunden und auch ihren Mitarbeitern und allen anderen Zielgruppen die ganze Geschichte erzählen. Nur genauso erhöht man massiv die Gefahr, dass wenig bzw. gar nichts bei den Kunden hängenbleibt.

Das gilt nicht nur für Produktpräsentationen sondern auch für Unternehmen in Summe. Viele Unternehmen sind heute hochinnovativ, aber schaffen es nicht, diese Innovationen in der Wahrnehmung der Kunden zu verankern. Das Problem: Die einzelne Innovation geht in der Menge der Innovationen unter.

Während etwa Apple von 2001 mit der Einführung des iPods, gefolgt von iPhone und iPad den eigenen Marken- und Unternehmenswert massiv steigerte, ging der von Sony massiv zurück. So war Apple 2001 laut Interbrand 5,46 und Sony 15,1 Milliarden US-Dollar wert. 2016 war der Markenwert von Apple, wie bereits oben erwähnt, 178,12 Milliarden US-Dollar der von Sony wiederum lag nur mehr bei 8,32 Milliarden US-Dollar.

Dabei hat Sony sicher seit 2001 in den diversen Bereichen vom Fernseher über Notebooks bis hin zu Smartphones unzählige Innovationen auf den Markt gebracht. Nur gingen diese, wie es aussah und aussieht, einfach sang- und klanglos in der Menge der Innovationen unter.

Auf den Spuren von Sony

Aus dieser Warte betrachtet fehlt Sony heute ganz klar ein iPod, ein iPhone, ein iPad oder auch ein Samsung Galaxy, also eine Innovation, die klar heraussticht und damit auch – im Sinne des Heiligenscheineffekts – positiv auf die Absendermarke abstrahlt. Aber auch Apple sollte – aus dieser Perspektive betrachtet – heute vorsichtig sein. Denn seit der Ur-iPad-Präsentation aus dem Jahr 2010 hat auch keine Innovation bzw. auch Präsentation einer Innovation wirklich einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Vielmehr sieht es aktuell aus Markensicht so aus, als ob Apple sich Sony zum Vorbild genommen hat. Nur genau das könnte langfristig betrachtet der Marke Apple massiv schaden.

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