Die Macht von konzeptionellen Ideen

Konzeptionelle Ideen sind extrem hilfreich, um vor allem strategische Marken- und Marketingentscheidungen zu treffen bzw. zu beurteilen. Eine der wichtigsten konzeptionellen Ideen dabei ist: „Je größer der Markt, desto enger sollte der Fokus einer Marke sein.“ Genau gegen diese konzeptionelle Idee verstoßen viele Unternehmen, vor allem jene, die aus kleinen Ländern wie etwa Österreich kommen.

Zu breit, zu national

Mit der österreichischen Brille betrachtet, mag es etwa logisch sein, dass die Post eine Million Artikel von 200 österreichischen Händlern auf Shöpping.at anbietet. Nur wenn man das Ganze aus Internetsicht, also aus globaler Sicht betrachtet, macht dies wenig oder besser gar keinen Sinn. Denn wer heute gegen Amazon in einem globalen Medium bestehen will, braucht einen engen Fokus und eine klare Positionierung und keine selbsterklärte nationale Einschränkung.

Zum „Erfolg“ von Shöpping meinte kürzlich Post-Chef Georg Pölzl laut der Tageszeitung Die Presse (Ausgabe 18. Oktober 2017), dass sich zu wenige Kunden für die angesammelten Produkte interessieren. Dazu ergänzte er, dass der österreichische Markt zu klein für mehrere Marktplätze sei. Als Gegenrezept meinte er, dass alle österreichischen Händler auf ihren eigenen Webshop verzichten sollten, um stattdessen auf Shöpping zu setzen. Nur genau damit würde er noch mehr gegen die eingangs erwähnte konzeptionelle Idee der globalen Fokussierung verstoßen.

Offensive statt Defensive

Natürlich ist der österreichische Markt zu klein für mehrere Marktplätze, speziell auch deswegen weil Amazon, Zalando, Ebay oder auch die diversen Marken der Unito-Gruppe mit Marken wie Otto, Quelle oder Universal bereits präsent sind. In diesem Umfeld hat ein defensives auf Österreich konzentriertes Konzept wie Shöpping wenig bis gar keine Chancen. Ein überbreiter Fokus mit einem engen Markt ist die perfekte Rezeptur zum Desaster.

Wenn österreichische Unternehmen und Marken im Internet erfolgreich sein wollen, müssen sie genau das Gegenteil tun, nämlich den Markt über die Grenzen von Österreich hinaus zu erweitern und gleichzeitig den Fokus verengen, um international oder global eine eigene Spitzenstellung zu erreichen.

Shöpping versus Naked Optics

Vergleichen Sie etwa Shöpping mit Naked Optics! Beide sind Online-Anbieter, beide sind relativ jung. Natürlich ist Shöpping im Vergleich zu Naked Optics, die sich auf Skibrillen für Freerider fokussiert haben, ein Riese. Aber der große Unterschied aus Markensicht lautet „Fokus“. Naked Optics hat einen, Shöpping hat keinen. Und genau das könnte letztendlich den großen Unterscheid ausmachen. Die Zukunft wird es zeigen.

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