XXXLutz und ein nicht ungefährlicher Gedankengang

Die Frequenz im Möbelhandel nimmt laut einem Bericht der Tageszeitung Oberösterreichische Nachrichten vom Samstag, den 15. Dezember dieses Jahres ab. Dazu wird XXXLutz-Sprecher Thomas Saliger so zitiert: „Wir brauchen die Filialen, um im Online-Handel die Nase vorne zu haben.“

Zwei Welten, zwei Gesichtspunkte

Wenn man das Internet oder besser den Internethandel aus Sicht des stationären Geschäftsmodells betrachtet, hat Thomas Saliger absolut recht. Dies bestätigt auch eine weitere Aussage von ihm in diesem Artikel: „Unser Onlinegeschäft läuft in jenen Gegenden schlechter, wo wir mit Filialen nicht so gut vertreten sind.“

Nur wenn man das Internet oder besser den Internethandel aus Sicht des Internets betrachtet, dann sieht das Ganze ganz anders aus, denn dann sollte es ein Geschäftsmodell sein, dass sich frontal gegen den stationären Handel richtet.

Zwei wesentliche Faktoren dabei

Dabei sollten vor allem zwei Faktoren im Zentrum des strategischen Denkens stehen, nämlich (1) Expansionsgebiet und (2) Expansionsgeschwindigkeit. Wenn das Internet an das eigene stationäre Geschäftsmodell gebunden ist, ist man nämlich bei beiden Faktoren schwer im Nachteil, weil man sich selbst (bewusst oder unbewusst) begrenzt.

So grenzt man das eigene Expansionsgebiet auf das Gebiet mit eigenen Filialen ein. Gleichzeitig nutzt man so auch nicht das mögliche Expansionsgeschwindigkeits-Potenzial des Internets aus. So gesehen steht hier in der Regel das stationäre Geschäftsmodell den unbegrenzten Möglichkeiten eines Online-Modells im Weg.

Regionales versus globales Denken

Für Thalia mag das Internet eine Ergänzung zum stationären Geschäftsmodell im eigenen Einzugsgebiet sein. Für Barnes & Noble mag das Internet eine Ergänzung zum stationären Geschäftsmodell im eigenen Einzugsgebiet, also in diesem Fall in den USA sein. Für Amazon und Alibaba ist das Internet die Möglichkeit die Welt zu erobern, wie das im stationären Handel niemals gehen würde. So gesehen sollte auch der Möbelhändler XXXLutz überlegen, ob man nicht eine eigene Online-Marke ohne Beschränkung auf das eigene Einzugsgebiet bauen sollte. Wenn es XXXLutz nicht macht, wird es jemand anderer machen, wenn nicht heute, dann morgen.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Geschäftsmodell, Globalisierung, Handel, Internet, Management, Marke, Markenarchitektur, Markenführung, Markenname, Markenpositionierung, Markensystem, Mehr-Marken-System, Online-Marke, Strategie, Wettbewerb, Zukunft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s