Magenta T und die Macht der verbalisierten Farbe

Je älter und etablierter ein Markt wird, desto ähnlicher werden sich in der Regel die Produkte und Dienstleistungen und desto wichtiger wird die Marke, also die Wahrnehmung über die Produkte und Dienstleistungen. Dabei können die Farbe oder Symbole einer Marke einen ganz wesentlichen Beitrag zum Erfolg leisten.

Visualisierung verbalisieren

Noch stärker wird aber die Visualisierung einer Marke dann, wenn diese zusätzlich verbalisiert wird. Manche denken jetzt vielleicht spontan an die Goldenen Bögen von McDonald’s, an die Milka Lila Kuh, an die Gelben Engel des ÖAMTCs oder an das Grüne Kursbuch des Wifis. So hieß auch kürzlich in der FAZ über Flixbus: „Der grüne Riese wird immer größer“.

Aus dieser Warte betrachtet ist es genial, das aus den Marken T-Mobile und UPC jetzt Magenta T wird. Auf der einen Seite bündelt diese neue Marke so die Kräfte, auf der anderen Seite könnte man es so schaffen, dass man am Markt deutlich sichtbarer als der Marktführer A1, und dass man zudem deutlich sichtbarer als zweite große Herausforderer 3 wird.

Visualisierung alleine zu wenig

Nur Visualisierung alleine ist zu wenig. Entscheidend ist letztendlich, welche verbale Position durch die Visualisierung in der Wahrnehmung der Kunden gehämmert wird. Bei den oben genannten Beispielen McDonald’s, Milka, ÖAMTC, Wifi und Flixbus hämmert die visuelle Positionierung jeweils die Marktführerschaft der Marke.

Als Herausforderer muss es Magenta T daher gelingen, dass man diese visuelle Positionierung in eine starke verbale Positionierung und zudem in konkrete Leistungen und Nutzen für die Kunden übersetzt. Im Idealfall bleibt hängen, dass Magenta T mehr für die Kunden tut als jeder andere Mobilfunkanbieter.

Markenjuwel Telering

Vor allem aber sollte Magenta T als Unternehmen vorsichtig sein, dass man vor lauter Magenta-Euphorie nicht alles in Magenta einfärbt, denn speziell Telering-Kunden könnten sich alles andere als wohl in einem Magenta-Riesen fühlen. So gesehen sollte man Telering nicht umfärben, sondern zukünftig noch stärker eigenständig positionieren. Fazit: Magenta T ist ein mutiger Schritt aus Markensicht, wenn es damit gelingt, neben einer visuellen Marktführerschaft eine starke verbale Positionierung zu etablieren. Magenta T ist ein teurer Schuss in den Ofen, wenn man damit als schwerfälliger Magenta-Riese im Schatten von A1 endet. Die Zukunft wird es zeigen.

Erschien im Original auf Medianet.at

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2 Antworten zu Magenta T und die Macht der verbalisierten Farbe

  1. C. Ullrich schreibt:

    Ich dachte immer als Herausforderer (der Magenta T vorerst ja noch ist) muss man divergieren, um nicht zu sagen „ich bin zwar Herausforderer und 2., aner eigentlich besser“. Das wurde von Al Ries ja als Scheitern-Strategie dargestellt. Hier verstehe ich das Prinzip dann nicht ganz – wieso reicht es hier auch zu sagen ich bin der Größte und Beste obwohl es doch einen Marktführer gibt?

  2. michaelbrandtner schreibt:

    Beide Marken A1 und Magenta-T sind sich sehr ähnlich und sind mittlerweile sehr breit. Mit der Farbe Magenta kann es Magenta-T gelingen, die visuelle Marktführerschaft zu erreichen. Nur das genügt nicht, wie ich auch in meinem Blog-Beitrag geschrieben habe. So heißt es dort: „Als Herausforderer muss es Magenta T daher gelingen, dass man diese visuelle Positionierung in eine starke verbale Positionierung und zudem in konkrete Leistungen und Nutzen für die Kunden übersetzt.“ Nur wie es aktuell aussieht, fehlt genau dieses Element der verbalen Positionierung, um anders als A1 wahrgenommen zu werden. Mein Fazit daher: „Fazit: Magenta T ist ein mutiger Schritt aus Markensicht, wenn es damit gelingt, neben einer visuellen Marktführerschaft eine starke verbale Positionierung zu etablieren. Magenta T ist ein teurer Schuss in den Ofen, wenn man damit als schwerfälliger Magenta-Riese im Schatten von A1 endet. Die Zukunft wird es zeigen.“

    Liebe Grüße

    Michael Brandtner

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