Samsung Galaxy oder der aktuelle 3-fach-Markenfehler von Samsung

Wenn man einen Blick auf Wikipedia wirft, dann wird Samsung dort so vorgestellt: „Die Samsung Group ist ein Mischkonzern (Jaebeol) aus Südkorea. 2014 beschäftigte die Samsung-Gruppe 489.000 Mitarbeiter. Flaggschiff der Gruppe ist Samsung Electronics, der weltweit größte DRAM-, NAND-Flashspeicher-, SSD-, Fernsehgeräte-, Kühlschrank-, Handy- und Smartphone-Hersteller.“ Ist Samsung aber auch so am Markt, in der Wahrnehmung der Kunden abgespeichert? Ich denke, dass dem nicht so ist. Wenn man einen Blick in die Köpfe der Kunden werfen würde, dann verbinden die meisten mit Samsung das Samsung Galaxy.

(1) Fatales verbales Branding

Nur anscheinend dürfte man bei Samsung selbst aus Markensicht nicht so richtig wissen, wie man mit dem Namen Galaxy umgehen sollte. Denn obwohl Samsung in der Werbung und in der PR vom Samsung Galaxy spricht, findet man am Produkt selbst die Marke Galaxy gar nicht. Selbst bei den dargestellten Apps taucht der Name Galaxy nur einmal mit „Galaxy Store“ auf.

Das heißt: Man dürfte sich intern bei Samsung nicht klar sein, ob Galaxy eine Produktmarke, ein Produktname oder doch nur eine Modellbezeichnung unter vielen ist. Nur das ist aus Markensicht alles andere als gut, denn eigentlich sollte der Markeninhaber für ein klares Branding im Sinne des Unternehmens sorgen. So ist Galaxy wahrscheinlich mehr Marke in der Wahrnehmung als intern im Unternehmen.

(2) Fatales visuelles Branding

Als Steve Jobs das iPhone im Jahr 2007 präsentierte, sah es im Vergleich zu den anderen Mobiltelefonen und Smartphones mit Tastatur ganz anders aus. Heute sehen sich alle Smartphones, egal von welchem Anbieter, ziemlich ähnlich. Dies zeigt sich vor allem auch in der Smartphone-Bewerbung von Mobilfunkanbietern oder von Elektronikhändlern.

Dabei würde ein Name wie Galaxy eigentlich nach einer klaren visuellen Positionierung „schreien“, um sich so aus dem Meer der visuell austauschbaren Smartphones klar abzuheben. Auch hier spiegelt sich wider, dass man sich bei Samsung anscheinend nicht klar ist, wie man das Galaxy wirklich aus Markensicht sehen sollte.

(3) Die große vertane Markenchance

Strategisch gesehen vergibt so Samsung aktuell eine große Chance, da das Galaxy – wie bereits oben erwähnt – sicher von den Kunden mehr als Marke als als Produkt gesehen wird. Genau diese Chance sollte Samsung doppelt nutzen: (1) Man sollte auch intern das Galaxy als eigenständige Produktmarke sehen und damit auch die verbale und visuelle Positionierung stärken statt unter dem Namen Samsung zu „verstecken“. (2) Man sollte daraus ein Muster ableiten, um auch in anderen Bereichen, in denen man tätig ist, starke Produktmarken zu bauen. Fazit: Kurzfristig mag es – aus einer Position der Stärke – egal sein, wie man das Samsung Galaxy behandelt. Langfristig gesehen gefährdet Samsung aus Markensicht so die eigene Zukunft, weil man das kurzfristige Markenpotenzial strategisch nicht optimal genutzt hat. Die Zukunft wird es zeigen.

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