Die Weihnachtslektion 2022 oder warum man sich eine mentale Spitzenposition verdienen muss

Wie die österreichische Tageszeitung Der Standard am 21. Dezember dieses Jahres schrieb, wollte sich US-Sängerin Mariah Carey die Bezeichnung oder den Titel „Queen of Christmas“ rechtlich schützen lassen. Nur wurde dies – aus Markensicht mehr als nur berechtigt – vom amerikanischen Patent- und Markenamt klar abgelehnt.

Marke versus Slogan oder Position

Coca-Cola ist eine Marke. Der Claim „The real thing“ ist ein Slogan und spiegelt die Position der Marke in der Wahrnehmung der Kunden wider. Anders ausgedrückt: Coca-Cola hat sich als Cola-Pionier diese Position verdient und diese dann mit dem oben erwähnten Slogan mental verstärkt.

Elvis Presley hat sich im Laufe der Zeit den Slogan, die Position oder den Titel „King of Rock’n’Roll“ verdient. Michael Jackson ist der „King of Pop“, Madonna ist die „Queen of Pop“ und Kylie Minogue wurde speziell von den europäischen Medien mit dem Titel oder der Position „Princess of Pop“ geadelt. Aretha Franklin gilt als „Queen of Soul“, Sam Cooke als „King of Soul“ und James Brown wird sogar immer wieder als „Godfather of Soul“ bezeichnet.

Queen of Christmas

Zu dem oben erwähnten Anspruch von Carey schrieb das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel bereits im August dieses Jahres: „Ihr Album »Merry Christmas« ist eine der meistverkauften Weihnachtsplatten. Ist es da nicht nahe liegend, dass sich Mariah Carey für die »Queen of Christmas« hält? Zwei Kolleginnen von ihr sehen das nicht so. Darlene Love und Elizabeth Chan, die im Laufe der Jahre ebenfalls mit diesem Begriff in Verbindung gebracht wurden, wehren sich gegen Careys Ansinnen, sich die Rechte an dem Titel zu sichern.

Sängerin Love schrieb auf Facebook, sie sei bereits die »Queen of Christmas« gewesen, bevor Carey überhaupt berühmt geworden sei. »David Letterman erklärte mich vor 29 Jahren offiziell zur Königin der Weihnacht, ein Jahr bevor sie ›All I want For Christmas Is You‹ veröffentlichte, und mit 81 Jahren ändere ich NICHTS daran«, schrieb Love, die 1963 etwa den Song »Christmas (Baby Please Come Home)« für »Phil Spector’s Christmas Album« aufnahm: »Ich bin seit 52 Jahren im Geschäft, habe es mir verdient und kann immer noch diese Töne treffen!« Sollte Carey ein Problem damit haben, solle sie »David oder meinen Anwalt« anrufen.“

Die wahre Queen of Christmas und eine Markenlektion

Die Position „Queen of Christmas“ ist im Musikgeschäft sicher sehr erstrebenswert. Nur wird man mit Sicherheit nicht die Queen of Christmas, indem man versucht, sich diesen Titel oder diese Bezeichnung rechtlich schützen zu lassen. Diese Auszeichnung muss man sich vielmehr verdienen. Dazu kann natürlich eine geschickte PR-Strategie einen wesentlichen Beitrag leisten. Genau hier hätte Carey verstärkt ansetzen können und wahrscheinlich müssen.

Eines aber ist klar: Während anscheinend viele Musiker und Musikerinnen und/oder deren Manager oder Managerinnen wissen, wie wichtig und stark eine absolute Original- oder Marktführerposition ist und sein kann, wird genau diese von vielen Markenverantwortlichen leider immer noch sträflich unterschätzt. So gesehen ist es auch nicht verwunderlich, dass sich viele Marken unter ihrem Potenzial darstellen und vor allem auch verkaufen.

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