Positionierung: Von der Schockstarre in den Zukunftsmodus

Mit den harten Maßnahmen, die die Wirtschaft in vielen Bereichen komplett lahmlegte, kam es automatisch auch zu einer Art „Schockstarre“ bei vielen Entscheidungsträgern. (Davon war auch der Autor dieser Zeilen nicht ausgenommen.) Nur wenn man davon ausgeht, dass diese Krise nicht ewig dauern wird, sollte man jetzt in den Zukunftsmodus wechseln. Dazu gehören aus meiner Warte zwei Punkte: (1) Wie kann man so schnell wie möglich wieder operativ ins Tun kommen. (2) Wie kann man diese Zeit nutzen, um sich strategisch noch stärker aufzustellen.

Der operative Teil

Hier sollten vor allem alle Unternehmen, speziell auch die, die immer noch von ihren Kunden abgeschnitten sind, überlegen, wie man die Digitalisierung kurzfristig nutzen kann. Dabei geht es nicht darum, dass man jetzt sofort unbedingt einen neuen Online-Shop braucht. (Dieser könnte sogar zu einer weiteren massiven Kostenbelastung führen, wenn er nicht auch strategisch durchdacht ist.)

Vielmehr geht es darum, wie man wieder in Kontakt zu bestehenden oder auch potenziellen neuen Kunden kommen kann. Das heißt: Hier sollte man klar überlegen, wie man mit bestehenden Kunden sinnvoll Kontakt halten kann, wie man diesen vielleicht sogar helfen kann, damit diese selbst besser durch die Krise kommen, oder wie man jetzt sogar neue Kunden für später gewinnen kann. Dabei sollte man auch keine Angst haben, neue digitale Wege und Formate auszuprobieren.

Der strategische Teil

Gleichzeitig sollte man aber auch die Zeit nutzen, um strategisch die Weichen für die Zukunft zu stellen. Dabei sollte man vor allem drei Aspekte im Auge haben:

(1) Man sollte die Positionierung der eigenen Marke auf den Prüfstand stellen, um sicherzustellen, dass man bereits heute für morgen optimal positioniert ist. (Gerade diese Aufgabe kommt im Tagesgeschäft oft zu kurz.)

(2) Man sollte überlegen, welche Innovationen man vielleicht sogar noch während dieser Krise oder danach lancieren könnte. Vielleicht war und ist sogar die Krise ein Auslöser und Katalysator für eine solche Innovation.

(3) Zudem sollte man überlegen, ob es nach dieser Krise auch neue Zielmärkte, neue Zielgruppen und/oder neue Vertriebswege braucht, um wieder auf Erfolgskurs zu kommen.

Vertane Chancen

Vor allem aber sollte man sicherstellen, dass man jetzt keine Chance ausgelassen hat. Denn während viele Unternehmen massiv unter dieser Krise leiden, kommt diese einigen Unternehmen – wenn nicht operativ dann strategisch – sehr entgegen. So wird man es vielleicht einmal bei Media-Markt und Saturn bereuen, dass man in der Krise nicht die Weichen für ein Mehr-Marken-System der Zukunft gestellt hat, indem man Saturn Schritt für Schritt zur Online-Marke gemacht hätte. Und bei Shöpping.at wird man vielleicht schon in naher Zukunft dieser einzigartigen Chance nachtrauern, die man so gut wie ungenutzt verstreichen hat lassen, um die Marke stärker zu positionieren. Abschließende Frage: Wie werden Sie in einem Jahr auf diese Krisenphase zurückblicken?

Dieser Beitrag wurde unter Digitalisierung, Innovation, Kommunikation, Management, Marke, Markenarchitektur, Markenführung, Markenkrise, Markenpositionierung, Markensicht, Markensystem, Marketing, Media-Mix, Medien, Mehr-Marken-System, Online-Marke, Politik, Positionierung, Repositionierung, Strategie, Wettbewerb, Wirtschaft, Zukunft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s