Microsoft und Nokia auf dem strategischen Markenprüfstand

Am Samstag, dem 23. Juli 2011 standen im Kurier, einer österreichischen Tageszeitungen zwei Headlines direkt nebeneinander: Headline 1: Verlust: Nokia rutscht in die roten Zahlen, Headline 2: Gewinn: Microsoft meldet Rekordumsatz. Wenn man beide Unternehmen nur nach den aktuellen Zahlen bewertet, geht es also Microsoft sehr gut und Nokia eher schlecht. Strategisch gesehen (ohne Blick auf die aktuellen Zahlen) stehen beide Unternehmen mit ihren Marken vor extrem großen Herausforderungen. Denn beide Unternehmen laufen Gefahr, in ihrem Kernmarkt die Führungsrolle (endgültig) zu verlieren.

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Wo sind die Werbevordenker der Zukunft?

Imageprobleme, niedrige Einstiegsgehälter und lange Arbeitszeiten schrecken mögliche Kandidaten ab, sich bei Werbeagenturen zu bewerben. Der ZAW spricht laut Werben & Verkaufen (w&v 30/2011) von einem „handfesten Personalnotstand“. Die Werbung hat anscheinend ihre Anziehungskraft verloren. Was aber ist die Ursache dafür? Sind es wirklich nur die harten Fakten, die das Image so negativ beeinflussen?

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Strategische Markenführung: Was man von den großen Consultants und einem Hidden Champion lernen kann

Im aktuellen Manager-Magazin (8/2011) heißt es unter anderem auf der Titelseite: „Unternehmen geben den Consultants schlechte Noten: Werden Berater überflüssig?“ Im Heft selbst heißt es dann: „DIE REIFEPRÜFUNG“ und gleich darunter: „Unternehmensberater: Die Kunden geben der Branche schlechte Noten, zeigt ein exklusiver Test. Wofür braucht man noch Berater? Die Consultants reagieren auf die Existenzfrage mit einer Ausweitung ihrer Geschäftsmodelle – und Abrechnungstricks.“ Nur das ist aus Markensicht die genau falsche Reaktion.

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Praktiker (2013) bringt’s nicht oder die Rache der Kurzfristigkeit

Was macht ein Unternehmen, wenn es sich neu ausrichten will? Es dreht an der Werbeschraube und engagiert ein neues Testimonial. So schickte auch Praktiker seinen alten Slogan „20% auf alles“ in Pension und brachte dafür den Slogan „Praktiker bringt’s“. Zusätzlich engagierte man Boris Becker als Testimonial.

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Burger King, Saab und ein Abendessen mit Al Ries

Am 25. Juli 2011 vermeldete Horizont.net: „Me-too: Burger King ahmt Coffeeshops von Mc Donald’s nach“. Das ist nicht untypisch für Burger King. Vielmehr ist das anscheinend das zentrale Markencredo von Burger King. So schrieb ich etwa 2005 in meinem Buch „Brandtner on Branding“ zum Thema „Me-too-Strategie: „Nehmen Sie den Hamburger-Markt in den USA: Burger King kann alles von Big Mac kopieren, außer die Umsätze und Gewinne. Und das ist Schicksal der meisten Me-too-Marken.“

Das Gegenteil tun

Dabei sollten Marken, die im Schatten des Marktführers stehen, genau die gegenteilige Position einnehmen. Dazu kann ich mich gut an ein Abendessen mit Al Ries im Jahr 1997 in einem Kölner Hotel erinnern. Wir sprachen damals unter anderem auch über die Positionierung der Marke Saab.

Al meinte damals zu mir: „Michael, Saab steht heute eine schwedische Marke. Das wäre nicht schlecht, wenn man die führende schwedische Marke wäre. Aber das ist Volvo. Wofür steht Volvo? Das ist die Frage, die sich Saab daher stellen muss? Die Antwort: Volvo steht für Sicherheit. Was sollte also Saab tun? Saab sollte die gegenteilige Position einnehmen. Was ist das positive Gegenteil zu Sicherheit? Fahrfreude. Nur diese Position besitzt BMW. Also sollte Saab den Fokus weiter verengen auf: The Swedish Driving Machine.“

„Fahrfreude auf schwedisch“ wäre keine schlechte Idee gewesen. So hätte Saab dies etwa dadurch unterstreichen können, dass man alle Autos mit Allradantrieb ausgestattet hätte. So aber hat Saab bis heute keine klare Positionierung gefunden und die Zukunft von Saab ist heute mehr als fraglich. Alfa Romeo wiederum könnte sich als „Fahrfreude auf italienisch“ positionieren, also The Italian Driving Machine.

Das Gegenteil für Burger King

Wofür steht Mc Donald’s? Eigentlich steht Mc Donald’s für Hamburger. Aber Mc Donald’s verlässt diese Position sukzessive, weil man immer mehr Angebote auf die Speisekarte setzt. (Dies nervt auch manche Kunden, weil man immer länger warten muss.)

Hier würde ich ansetzen: Burger King sollte sich – wie der Name Burger King auch sagt – auf Hamburger konzentrieren. Damit würde man die genau gegenteilige Route von Mc Donald’s einschlagen. Nur genau das wird, wie es aussieht, Burger King nicht tun. So ist jetzt schon klar, dass Burger King bei Cafes nie so erfolgreich wie Mc Donald’s sein wird. (Schwächeres Image plus Me-too-Strategie ist das sichere Rezept zum Marketingdesaster.)

In den USA nur mehr auf Platz 4

Dabei sollte man es besser wissen. So war Burger King noch in den 1970er und 1980er Jahren der große Herausforderer von Mc Donald’s in den USA. „Home fo the Whopper“, „Have it your way“ oder „Broiling, not frying” waren damals drei großartige Kampagnen in den USA für Burger King. Und heute: Heute ist man nur eine Kopie.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Mc Donald’s immer noch die klare Nummer 1 ist. Nur dahinter hat sich einiges verändert. Subway ist jetzt auf Platz 2, Starbucks auf Platz 3. Burger King ist nur mehr Nummer 4. Aus dem Duell „Hamburger von Mc Donald’s“ versus „Hamburger von Burger King“ wird immer mehr ein Duell Hamburger (Mc Donald’s) versus Sandwich (Subway). In Deutschland und Österreich muss Mc Donald’s noch auf den großen Herausforderer warten. Aber irgendwann wird auch hier einer kommen.

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Die doppelte Red Bull-Markenlektion

Am 19. Juli 2011 vermeldete Bevnet, dass Red Bull in den USA das Red Bull Simply Cola und den Red Bull Energy Shot einstellen wird. Als Gründe nannte man beim Red Bull Cola den Geschmack, die kontrovers geführte Kokain-Diskussion und den hohen Preis. Beim Energy Shot meinte man, dass dieser trotz des Potentials des Namens Red Bull nie in der Lage war den Marktführer 5-Hour Energy wirklich herauszufordern. Aus meiner Warte geht diese Analyse aus Markensicht viel zu wenig tief. Hier meine Analyse in zwei Teilen:

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5 Gründe, warum neue Marken scheitern

Wenn man sich viele der großen nationalen und internationalen Markenerfolge ansieht, dann wurden diese nicht von großen Konzernen sondern von wagemutigen Unternehmern geschaffen. Das gilt in Österreich etwa für Red Bull, für Team 7, für Zotter oder für Neuburger. International etwa für Amazon, Ryanair, Mc Donald’s, Google, Facebook oder auch Apple. Nur während die einen in den Markenolymp aufsteigen, scheitern viele, viele andere beim Versuch neue Marken zu kreieren und zu bauen. Dabei bin ich in meiner Beratungstätigkeit neben anderen vor allem auf die folgenden 5 Gründe gestoßen:

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Die Alpen: Die aktive Tourismusregion der Zukunft!?

Der Trend im Tourismus geht immer mehr weg vom „nur in der Sonne liegen“ hin zu mehr Aktivität im Urlaub. Dieser Trend wird in Zukunft mit Sicherheit aus zwei gesundheitlichen Gründen noch weiter zunehmen: Erstens, weil Sonne und Hautkrebs immer mehr zum Thema werden, und zweitens, weil ein Aktivurlaub für Körper und Geist gesund ist. Keiner Region dieser Erde könnte dieser Trend mehr entgegenkommen als den Alpen. Dazu hier eine Idee, wie sich die Alpen aus meiner Warte jetzt für die Zukunft positionieren könnten, um diesen Trend voll zu nutzen.

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Über Positionierung und Differenzierung und warum sich starke Marken nicht vom Mitbewerb differenzieren müssen

Für viele Experten ist Positionierung gleich Differenzierung. Wenn man also eine Marke differenziert, dann positioniert man diese auch. Richtig? Falsch! Red Bull war der erste Energydrink. Red Bull besitzt die „Energydrink“-Position in den Köpfen der Kunden. Aber Red Bull muss sich nicht von den anderen Energydrinks differenzieren. Die anderen Energydrink-Erzeuger müssen sich vielmehr überlegen, wie man sich von Red Bull differenzieren kann. Und die meisten scheitern an dieser Aufgabe kläglich. Die Positionierungsstrategie Nr. 1 dieser Welt lautet schlicht und einfach: „Kreieren oder finden Sie eine neue bzw. freie Kategorie, in der Sie vom ersten Augenblick an Marktführer sind.“ Denn so werden Sie zum Maßstab, von dem sich andere differenzieren müssen.

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Aus der Geschichte lernen oder warum Google+ keinen Sinn macht

Microsoft, Google und jetzt Facebook: Das waren bzw. sind die Namen, die die digitale Welt dominierten bzw. dominieren. Noch vor 15 Jahren schien Microsoft unschlagbar. Besser: Die Dominanz durch die Kombination von Windows und Office schien unschlagbar. Damals hatte Microsoft endgültig IBM die Führungsrolle in der Computerwelt abgenommen. Doch dann begann das Internet durchzustarten und schuf neue Kategorien wie Suchmaschinen und soziale Netzwerke.

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