Purpose braucht Positionierung oder der wahre rote Faden in der Markenführung

Letzten Freitag durfte ich folgende Headline in einem Newsletter eines deutschen Werbemagazins lesen: „Wie die Marke über den Purpose triumphiert“. Spontan sprach mir diese Headline wirklich aus der Seele, weil – wie auch meine Beratungspraxis zeigt – viele Purpose-Formulierungen dasselbe Schicksal erleiden wie früher viele Leitbilder. Man hat den Purpose zwar mit viel Aufwand und Energie kreiert oder definiert, aber er hat wenig bis keine Auswirkung auf das Unternehmen selbst, weder extern noch intern.

Der fehlende rote Faden

Dabei sollten aber Marke und Purpose keine Wettbewerber sein, bei denen das eine Konzept über das andere triumphiert, sondern im Sinne des Unternehmens perfekt zusammenspielen. Nur dazu braucht es ein verbindendes Element, das sicherstellt, dass die Markenwerte und der ausformulierte Purpose inhaltlich aufeinander einzahlen und sich gegenseitig verstärken.

Gleichzeitig sollte dieses verbindende Element aber auch sicherstellen, dass das Unternehmen damit einen echten Wettbewerbsvorsprung erzielt. Denn eines sollte jedem klar sein: Wer heute in diesem Wettbewerbsumfeld, das aktuell von mehreren Krisen gekennzeichnet ist, nur ein weiterer Anbieter unter vielen ist, braucht sich mangels echter Zukunftsperspektiven nicht sehr viele Gedanken bzgl. Purpose und Markenwerten machen.

Positionierung, Purpose und Markenidentität

Damit sind wir bei einem aus meiner Warte extrem wichtigen Punkt: Jedes Unternehmen kann für sich intern festlegen, dass man einen Purpose definieren muss, und dass man eine starke Marke bauen möchte. Nur ob man wirklich eine echte Marke wird, entscheidet sich (leider) nicht intern im Unternehmen, sondern letztendlich nur und nur in der Wahrnehmung und im Gedächtnis der Kunden.

Nehmen Sie etwa den Markt für Videostreaming in Deutschland. Laut JustWatch lagen im 4. Quartal 2023 Amazon Prime und Netflix mit jeweils 30 Prozent Marktanteil an der Spitze, gefolgt von Disney+ (20 Prozent), WOW (7 Prozent), Apple TV+ (6 Prozent) und Paramount+ (4 Prozent). Dahinter folgen dann die anderen Anbieter, die sich in Summe mit 3 Prozent begnügen müssen.

Jetzt aber der wichtige Punkt: Jeder dieser Anbieter kann einen Purpose definieren. Jeder dieser Anbieter kann eine Markenidentität für sich festlegen. Aber nicht jeder kann eine Führungsposition einnehmen. Der Erfolg von Amazon Prime und Netflix liegt vor allem daran, dass man sich frühzeitig als führend in der Wahrnehmung der Kunden positionieren konnte. Sie denken Videostreaming. Sie denken Netflix, Amazon Prime und vielleicht Disney+.

Heißt: Im Gegensatz zu den Konzepten Purpose und Markenidentität ist das Konzept Positionierung eines, das in jeder Kategorie nur einen echten Sieger und vielleicht noch einen oder zwei echte Herausforderer zulässt. Genau deshalb ist oft so wichtig, aber gleichzeitig schwierig diese eine Erfolgsposition für die eigene Marke zu finden. So scheitern letztendlich viele Marken – trotz Purpose und Markenidentität – kläglich, weil man nur als weitere Marke unter vielen in der Wahrnehmung der Kunden endet, ohne je wirklich im Gedächtnis abgespeichert zu werden.

Gegen die klassische Theorie

In der klassischen Markentheorie definiert man zuerst den Purpose, dann entwickelt man die Markenidentität, um dann aus dieser die Positionierung abzuleiten oder zu verdichten. Wir empfehlen einen anderen Weg. Wir empfehlen, dass man zuerst die Positionierung entwickelt, um dann daraus den Purpose und die Markenidentität, sprich die zentralen Markenwerte abzuleiten. Damit wird die Positionierung nämlich zum echten roten Leitfaden, vom Purpose über Vision, Mission, Markenidentität bis hin zur konkreten Umsetzung im Tagesgeschäft. Denn nur und nur so kann man auch sicherstellen, dass man nicht nur auf dem Hochglanzpapier, im Imagefilm und in den Präsentationen eine starke Marke ist, sondern auch – dort wo es wirklich ankommt – nämlich in der Wahrnehmung und im Gedächtnis der Kunden.

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Suggestive Marktführerschaft nutzen oder eine psychologische Schlüsselstrategie für clevere Herausforderer

In immer mehr Märkten verlieren die Kunden den Überblick. Zu viele Produkte und Dienstleistungen, zu viele Unternehmen und Marken, viel zu viel Marketinglärm, sprich Kommunikation in allen möglichen Formen und Kanälen. All dies führt in immer mehr Fällen dazu, dass die Kunden – wie erwähnt – nicht nur den Überblick verlieren, sondern auch immer öfter dieses Überangebot als „austauschbar“ wahrnehmen.

Ersatzkriterien suchen und finden

Nur genau dadurch verlieren Marken generell als Auswahlkriterium für die Kunden an Kraft. Wenn man die dargebotenen Marken als gleichwertig und austauschbar wahrnimmt, dann braucht unser Gehirn andere Entscheidungskriterien. Dazu sollten wir uns fünf typische Ersatzkriterien einmal ansehen:

(1) Rankings: Um den Überblick in überfüllten Märkten wieder zu finden, liebt unser Gehirn Rankings oder Hitparaden. Oft entstehen so auch in Branchen die „Großen Sechs“ oder die „Großen Vier“. Nehmen Sie etwa die Welt der großen Wirtschaftstreuhänder! Hier waren Mitte der 1990er Jahre die Big Six KPMG, Ernst & Young, Arthur Anderson, Coopers & Lybrand, Deloitte & Touche und Price Waterhouse nach weltweiten Umsätzen. Heute sind es die Big Four, nämlich PwC, Deloitte, EY und KPMG. In der Welt der Aufzüge sind global diese Big Four Otis, Kone, Schindler und TKE. In Deutschland spricht man von den Großen Sechs, nämlich die vier bereits Genannten plus S+ und OSMA.

(2) Leadprodukte: Wenn Unternehmen viele Produkte und Dienstleistungen unter einem Markennamen anbieten, dann kann ein Produkt mit einer wahrgenommenen Führungsposition den großen Unterschied ausmachen. So gesehen haben iPod, iPhone, iPad und iTunes für Apple mehr gemacht als umgekehrt. Das gilt natürlich auch für das Galaxy von Samsung. In Österreich nutzten die Erste Bank und Sparkassen diesen Ansatz mit der Marke George. So positionierte man das hauseigene Online-Banking unter dem Markennamen George als das modernste Banking Österreichs. (Der psychologisch wichtige Punkt dabei: Alleine durch die Namensgebung bekam dieses Banking eine mentale Sonderstellung.)

(3) Themenführerschaft: Manchmal genügt es auch, dass ein Unternehmen als der Themenführer in der Branche oder in einem bestimmten Bereich wahrgenommen wird. Deshalb ist es oft so wichtig, dass der Gründer oder CEO aktiv für das Unternehmen im Sinne der Branche spricht. Wahrgenommene Themenführerschaft kann so zu tatsächlicher Marktführerschaft führen. So konnte Liqui Moli in Deutschland massiv an Sichtbarkeit und an Marktanteilen gewinnen, als der frühere Geschäftsführer Ernst Prost aktiv für die Marke und den deutschen Standort in PR und Werbung eintrat. Viele Marken verkaufen sich heute mit Sicherheit unter ihrem Wert und Potenzial, weil man nicht den eigenen CEO und damit das volle Medienpotenzial nutzt.

(4) Visuelle Marktführerschaft: Im Januar dieses Jahres veröffentlichte Brand Finance wieder die wertvollsten Marken dieser Erde. Dabei stieg die Deutsche Telekom mit einem Wert von 73,3 Milliarden US-Dollar nicht nur in die Top 10 ein, sondern ist heute auch die wertvollste Telekommunikationsmarke dieser Erde. Ein wesentlicher Grund dafür ist mit Sicherheit die Farbe Magenta. So unterschätzen leider immer noch viele Manager und Markenverantwortliche die Macht der visuellen Marktführerschaft, egal ob im Internet, am Point of Sale oder auch auf der Straße. Wer visuell als größer und dominanter wahrgenommen wird, hat einen großen Vorteil in einer austauschbaren Welt.

(5) Der Preis: Das aus Markensicht gefährlichste Ausweichkriterium, das gerade jetzt wieder in Krisenzeiten topaktuell ist, ist natürlich der tiefe Preis. Aus Kundensicht wiederum ist es das mit Abstand einfachste Auswahlkriterium. Denn wenn man alles als gleich oder ähnlich wahrnimmt, nimmt man das Günstigere oder oft besser noch das Produkt, das gerade wieder einmal in Aktion ist.

Eine neue „suggestive“ Ordnung einführen

Wie sieht es in Ihrem Markt aus? Wie geordnet oder auch ungeordnet ist Ihr Markt aus Markensicht, also aus Sicht der Kundenwahrnehmung? Wie sehr greifen Kunden auf die fünf oben genannten Ersatzkriterien, vor allem auf den Preis zurück? Je ungeordneter und unübersichtlicher der Markt aus Kundensicht ist, desto eher sollten Sie selbst eine Strategie der suggestiven Marktführerschaft ins Auge fassen. Wie man es machen kann, zeigte perfekt eine amerikanische PR-Agentur um die Jahrtausendwende vor.

Damals war Edelman PR die fünftgrößte PR-Agentur in den USA. Das ist aus Positionierungssicht maximal die fünftbeste Position, die man haben kann. Aber bei Edelman erkannte man, dass man die größte Eigentümer-geführte PR-Agentur war. Die anderen vier Agenturen in den Top 5 waren Netzwerkagenturen. Mit dieser Idee „Eigentümer-geführt“ baute man sich eine eigene mentale Marktführerschaft als Basis auf.

Damit stieg man zuerst zur führenden PR-Agentur in den USA auf. Heute ist Edelman sogar die größte PR-Agentur der Welt. Was Edelman dabei – mental gesehen – sehr entgegenkam, war, dass sich niemand anderer als die größte PR-Agentur der Welt „outete“. Damit entstand der mentale Eindruck, dass es mehrere große PR-Agenturen, aber nur einen Marktführer, nämlich Edelman gab. Dazu kam, dass der CEO Richard Edelman auch aktiv die Sprecherrolle übernahm. Dies verstärkte noch einmal den Eindruck, dass Edelman die eine führende PR-Agentur ist.

Suggestive Marktführerschaft nutzen

Wichtig dabei ist, dass man es schafft, selbst einen Nr. 1-Anspruch zu formulieren. Dies kann man etwa wie Edelman machen, indem man sich über die Eigentumsverhältnisse positioniert. Dies kann man wie XXXLutz machen, indem man als Startpunkt einen Standort als Nr. 1 positioniert. Dies kann man etwa aber auch erreichen, indem man eine gewisse Kategorisierung oder Zutat schafft, in der man die Nr. 1 in der Branche ist. Aber eines ist klar: Das Konzept der suggestiven Marktführerschaft wird im Wettbewerb des 21. Jahrhunderts klar an Bedeutung gewinnen.

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Der größte Feind im Stadtmarketing und die (meist ungenutzte) Macht der Fokussierung

„Rieder Hauptplatz: 200 Schritte, 150 Meter, 16 Leerstände“. Das war vor kurzem eine Headline in den Oberösterreichischen Nachrichten. Beim Lesen dieser musste ich an einen Vortrag denken, den ich im Mai 2012 in Ried halten durfte. Der damalige Titel lautete: „Erfolgsfaktor Marke: Wie Städte und Unternehmen die erste Wahl in den Köpfen der Kunden werden“.

Die zwei zentralen Einstiegsfragen

Diesen Vortrag startete ich mit zwei zentralen Einstiegsfragen, nämlich:

(1) Was ist heute die größte Herausforderung generell im Marketing?

(2) Was ist der größte Feind eines erfolgreichen Stadtmarketings?

Die erste Frage ist dabei – damals wie heute – relativ einfach zu beantworten. Es ist die über-überkommunizierte Gesellschaft. Wir leben in einer Welt des Überflusses, die sich natürlich auch in der Kommunikation, egal ob analog oder digital widerspiegelt. Immer mehr wird gesendet und immer mehr geht einfach sang- und klanglos in diesem Mediengewitter unter.

Schwieriger wird es bei der zweiten Frage. Wer oder was ist jetzt wirklich der größte Feind des erfolgreichen Stadtmarketings? Meine Antwort damals: „Das leere Geschäft nebenan.“ Dann folgte noch eine Frage, nämlich: Wer oder was ist der noch größere Feind im erfolgreichen Stadtmarketing? Meine Antwort: „Zwei leere Geschäfte nebenan.“

Erfolg zieht Erfolg an

In vielen Stadtmarketing-Meetings geht es leider immer wieder vor allem und zuerst um Eigeninteressen, speziell darum, ob auch die eigene Branche, das eigene Geschäft genügend Platz in der Marketingkampagne der Stadt bekommt. Erst danach kommt der gemeinsame Erfolg. Nur genau das ist ein schwerer Fehler. Warum? Denn genau dadurch bleiben oft wirklich starke Ideen auf der Strecke. Statt wirklich die eine starke Idee für die Stadt zu finden, einigt man sich letztendlich auf eine Idee, mit der jede und jeder leben kann.

Wofür etwa steht die Stadt Ried? Die offizielle Antwort: „Treffpunkt Ried“. Dazu heißt es etwa aktuell: „#willkommenzuhause in Ried: wo die Schwanthaler einst Kunst und Kultur ihrer Zeit prägten, wo Weltmarktführer ihren Ursprung haben, wo sich bunte Bürgerhäuser auf breiten Plätzen aneinander reihen, wo sich die Metropole des Innviertels ihren Namen als Einkaufs- und Messestadt verdient hat, wo es vieles zu entdecken gibt! Machen Sie sich am besten selbst ein Bild davon! – Herzlich willkommen!“ Aber ist das wirklich die stärkste Idee, um diese Stadt zu positionieren?

Von Plachutta lernen

Wofür steht Plachutta in Wien sehr erfolgreich? Sicher nicht nur ein Statement wie: „#willkommenzumessen bei Plachutta. Wo sich Wiener Kultur und gutes Essen in gepflegter Atmosphäre treffen, wo Geschäftsessen, Feierlichkeiten und Familientreffen auf guten Geschmack treffen. Das ist das Wiener Restaurant, wo es vieles zu genießen und entdecken gibt. Machen Sie sich am besten selbst ein Bild davon! – Herzlich willkommen!“

Die wahre Stärke von Plachutta ist nicht irgendein Marketing-Bla-Bla, sondern natürlich die Tafelspitz-Position in der Wahrnehmung der Kunden. Dieser Fokus auf ein Gericht macht die Marke Plachutta aus, obwohl natürlich die Speisekarte selbst sehr viel umfangreicher ist.

Was könnte dieser „Tafelspitz“ für Ried sein? Das war damals meine zentrale Frage in dem oben erwähnten Vortrag. Nur genau die eine Antwort auf diese Frage zu finden, ist sehr viel schwieriger als ein nettes Marketing-Statement zu formulieren, das irgendwie alle intern und extern anspricht, aber dementsprechend nie seine volle Kraft entwickeln kann.

Meine Antwort damals für Ried war klar. Ried sollte sich als „Die Modestadt Nr. 1 im Innviertel“ positionieren. So hat etwa auch in Bezug auf Frequenz das Modehaus Garhammer für Waldkirchen mehr getan als Waldkirchen für das Modehaus Garhammer. Nur genau so eine Idee mit einem engen Fokus hat in der Regel keine Chance, weil alle dagegen sind, die nichts mit Mode zu tun haben. Schade, denn entscheidend für eine Stadt ist die Frequenz und nicht, ob sich alle Geschäftsleute in der frequenzbringenden Idee wiederfinden.

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Tesla herausfordern oder Chinas große Markenchance

Sie denken Elektroauto. Sie denken aktuell wahrscheinlich zuerst an Tesla und dann vielleicht an Modelle von etablierten Marken aus der Benzin- und Diesel-Ära. Manche denken vielleicht auch an Polestar oder BYD. Das heißt aber auch: Aktuell haben wir außer Tesla keine starke Elektroautomarke in der westlichen Welt.

Die Top 10-Elektroautos in Europa

Frage dazu: Wer sind aktuell (Januar bis November 2023) die meistverkauften Elektroautomodelle in Europa? Und auf welche Modelle und Marken würden Sie spontan tippen?

Hier die Antwort (Quelle CleanTechnica):

(1) Tesla Model Y (230.008 verkaufte Autos)

(2) Tesla Model 3 (88.162)

(3) VW ID.4 (75.408)

(4) Skoda Enyaq (70.358)

(5) Volvo XC 40 (BEV + PHEV) (68.837)

(6) Audi Q4 e-tron (64.010)

(7) MG 4 (63.232)

(8) VW ID.3 (58.876)

(9) Fiat 500e (58.182)

(10) Dacia Spring (54.266)

Wäre das auch Ihre Favoritenliste gewesen? Oder hätten Sie an andere Marken und Modelle gedacht, wie etwa an Modelle von BMW, Mercedes, Polestar, Hyundai oder Kia?

Die Top 10-Elektroautos in Deutschland

Hier finden Sie als Ergänzung noch die Top 10 der Neuzulassungen mit Elektroantrieb in Deutschland im Jahr 2023 (Quelle Statista):

(1) Tesla Model Y (45.818 zugelassene Autos)

(2) VW ID.4/ID.5 (36.353)

(3) Skoda Enyaq (23.498)

(4) Fiat 500 (22.608)

(5) VW ID.3 (22.2709

(6) Audi Q4 (18.061)

(7) Cupra Born (17.464)

(8) Tesla Model 3 (15.865)

(9) BMW X1 (14.694)

(10) Mini (13.953)

Auch hier findet man nur eine echte E-Auto-Marke, nämlich Tesla. MG schaffte es 2023 in Deutschland mit dem MG 4 Roewe auf Platz 13 mit 13.263 Stück.

Die nächsten echten E-Auto-Marken

Das wirklich Interessante dabei aus Markensicht ist, dass anscheinend in der westlichen Welt, speziell in Europa wenig oder gar kein Interesse besteht, eine neue Elektroauto-Marke zu bauen. Vielmehr vertraut man nur auf die guten alten Markennamen. Nur genau das könnte einmal zu einem gefährlichen Bumerang werden. Das liegt dabei weniger an den Stärken oder auch Schwächen der existierenden Marken, es liegt vor allem daran, dass man damit neuen Konkurrenten das „E-Auto-Markenspielfeld“ kampflos überlässt.

So könnte der erste echte Konkurrent für Tesla aus Markensicht eine Marke werden, die aktuell in Europa nicht einmal in den Top 20 vertreten ist. Die Rede ist dabei nicht von Polestar, sondern von BYD. Der Grund: BYD positioniert sich aktuell vor allem in der eigenen Medienarbeit nicht nur als das meistverkaufte Elektroauto in China, sondern als das meistverkaufte Elektroauto der Welt. Typische Schlagzeilen dazu im Januar dieses Jahres: „Chinas BYD löst Tesla ab: Der größte E-Autobauer der Welt ist chinesisch“ (Tagesschau), „Weltgrößter Elektroautobauer: So hat BYD Tesla überholt“ (Handelsblatt) oder „Elektromobilität: Chinesischer Elektroautobauer BYD überholt Tesla“ (Spiegel).

Einladung an China

Das heißt: Wenn es um Elektroautos geht, ist BYD gerade dabei – neben Tesla – eine echte Elektroautomarke zu bauen. Genau das könnte den Druck auf die europäische Automobilindustrie, die anscheinend nur an Modellen interessiert ist, noch einmal massiv erhöhen. Neben BYD würde es aber noch eine andere chinesische Automarke geben, die das Potenzial und die Glaubwürdigkeit aus Markensicht hätte, um gegen Tesla auch im Premiumsegment anzutreten. Die Marke ist Xpeng, die vor allem in China eine Vorreiterrolle beim autonomen Fahren einnimmt. „Better intelligence. Better driving“ könnte ein Slogan sein, um diese Marke global zu positionieren. Fazit: Da anscheinend in Europa niemand Interesse hat, eine starke E-Auto-Marke zu bauen, könnte man das auch als klare Einladung an die chinesische Autoindustrie sehen. Die Zukunft wird es zeigen.

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Karl Nehammer und das große Problem der Mitte(parteien)

Letzten Freitag eröffnete Bundeskanzler Karl Nehammer in Wels den Nationalratswahlkampf 2024 für ihn selbst und natürlich auch für die ÖVP. Dabei mangelte es nicht an Themen, die er anschnitt und präsentierte, wie etwa auch die Tageszeitung Die Presse berichtete: Steuersenkung für Leistungsträger, mehr Kindergarten, mehr Oma und Opa, mehr Härte gegen Klimakleber, wie Mieter zu Eigentümern werden, bilinguale Schulen und Leistungsgruppen, weniger AMS-Geld, klare Leitkultur und Anpassung und mehr und mehr und mehr. Was aber klar fehlte, war die eine zündende verbale und visuelle Idee. Wenn wirklich etwas von dieser Rede hängenbleiben sollte, dann das, dass er damit das Kanzlerduell gegen Kickl ausgerufen hat. (Nur genau hier profitiert Herbert Kickl fast immer doppelt, weil er bei beiden Spitzenkandidaten (Nehammer, ÖVP und Babler, SPÖ) so gut wie immer in den Medien äußerst prominent miterwähnt wird.)

Die zwei Kardinalfehler der Mitte

Damit kommen wir auch schon zu den zwei größten Fehlern, die Spitzenkandidaten von sogenannten Mitteparteien machen können:

(1) Alles für alle: Schon Franz Josef Strauß wusste, dass es niemandem gelingen kann, alle anzusprechen. So wird ihm auch folgendes Statement zugeschrieben: „Everybody’s darling is everybody’s Depp.“ So verzetteln sich viele Spitzenkandidaten der Mitte, weil man niemanden wirklich ausgrenzen möchte. Nur wer versucht, so gut wie jeden irgendwie anzusprechen, wird letztendlich niemanden mehr wirklich ansprechen. Dazu kommt: Je mehr Themen man aktiv selbst anspricht, desto weniger bleibt bei den Wähler und Wählerinnen hängen. Zwei typische Reaktionen darauf: a) „Die erzählen immer nur dasselbe.“ Oder b) „Das interessiert doch keinen.“

(2) Toxische Themen: 2003 wurde Arnold Schwarzenegger Gouverneur von Kalifornien. Und dieser Erfolg beruhte vor allem auf einer starken verbalen und einer starken visuellen Positionierung. Verbal positionierte er sich als „the people’s gouverneur“. Visuell nutzte er einen Besen, um zu zeigen, wer in Kalifornien im Sinne der Bevölkerung aufräumt. (Manche denken jetzt vielleicht spontan an den Volkskanzler und die Festung Österreich.)

Dabei hatte es am Anfang des Wahlkampfes gar nicht so gut für Arnie ausgesehen. Denn gleich nach der Bekanntgabe der Kandidatur tappte Schwarzenegger in die „toxische Themenfalle“. Statt sich von Anfang an auf eine Positionierung, eine Botschaft und ein Bild zu fokussieren, verzettelte er sich in zu viele toxische Detailthemen. So nahm er Stellung zum Abtreibungsthema, zum Thema Waffenbesitz oder zum Thema Drogenkonsum. Nur mit diesen toxischen Themen kann man sich nur Feinde, aber keine Freunde schaffen.

Das heißt: Was aktuell beiden „Großparteien“, nämlich ÖVP und SPÖ fehlt, ist ein zentrales schlagkräftiges Thema. Der wahrscheinliche Hauptgrund dafür: Man hat Angst, dass man mit einem Thema zu wenige Wähler und Wählerinnen erreicht. Nur genau das Gegenteil dürfte der Fall sein.

Der große Vorteil der Herausforderer

Genau hier haben Herausforderer wie etwa aktuell die FPÖ mit Herbert Kickl einen großen Vorteil. Man braucht diese Angst des Verlierens nicht zu haben. Vielmehr zeigt die Fokussierung auf ein Thema, wie etwa auf das Ausländerthema mit der Festung Österreich, dass man genauso speziell bei den eigenen Stammwählern und den sogenannten Unzufriedenen oder Protestwählern punkten kann.

Dabei spielen auch zwei psychologische Aspekte eine große Rolle:

(1) Der Heiligenschein-Effekt: Wenn eine Marke, eine Person oder auch eine Partei in einem relevanten Bereich als sehr gut wahrgenommen wird, dann wird diese Marke, diese Person bzw. Partei generell besser wahrgenommen. Wenn aber eine Marke, eine Person oder auch eine Partei versucht, in vielen Bereichen als relevant und sehr gut wahrgenommen zu werden, wird man oft in Summe nur als durchschnittlich wahrgenommen.

(2) Der Herdentrieb-Effekt: Zu diesem Effekt oder Prinzip schreibt der Psychologe Robert Cialdini: „Nach diesem Prinzip finden wir heraus, was richtig ist, indem wir zuerst überprüfen, was andere für richtig halten. Insbesondere entscheiden wir auf diese Art und Weise, welche Verhaltensweisen korrekt sind und welche nicht. … Ein Verhalten wird dann als korrekt angesehen, wenn viele andere sich auch so verhalten.“ So zieht in der Regel Erfolg auch Erfolg an.

Wenn man diese beiden Effekte im Auge hat, ist klar, wie Herbert Kickl aktuell punktet und punkten will. Auf der einen Seite ist er thematisch gesehen sehr viel fokussierter als seine Mitbewerber, auf der anderen Seite hofft er – auch mit den aktuellen Umfragewerten – auf den Herdentrieb. Natürlich kann er so nie alle erreichen, aber wie es aussieht, reicht es, dass er in den aktuellen Umfragen klar an der Spitze liegt. Unterstützt wird er dabei zusätzlich sowohl von der ÖVP als auch von der SPÖ und vielen anderen, weil diese nur gegen ihn kommunizieren, ohne selbst starke Ideen zu liefern.

Der unterschätzte Heiligenschein-Effekt

Genau hier sind wir bei einem wichtigen Punkt. Sowohl ÖVP als auch SPÖ sollten auch sehr viel mehr auf den Halo- oder Heiligenschein-Effekt vertrauen. Bei der letzten Nationalratswahl nutzte die ÖVP diesen Effekt voll, indem man alle Kraft auf eine Person fokussierte, nämlich auf Sebastian Kurz. Dazu schrieb ich am 17. Juli 2017 in einem Kommentar mit dem Titel „Der „iPhone“ der ÖVP und die Dualität“ in der Tageszeitung Kurier: „Sebastian Kurz wirkt hier für die ÖVP ähnlich wie das iPhone für Apple. In der Markenführung spricht man dabei auch vom Leadprodukt- bzw. Heiligenschein-Effekt.“ Gleichzeitig wies ich am Ende dieses Kommentars auch auf die potenziellen Gefahren dieser Art der Strategie hin: „Aus Sicht der nächsten Nationalratswahl betrachtet, ist die Strategie von Sebastian Kurz und der neuen ÖVP brillant. Nur langfristig gesehen ist diese Strategie nicht ungefährlich. … So lange der Erfolg von Sebastian Kurz anhält, ist dies kein Problem. Nur sollte dieser Erfolgslauf einmal nachlassen, könnte dies für die ÖVP im schlimmsten Falle sogar zu einem existenzbedrohenden Problem werden.“

Diese Gefahr ist natürlich nicht gegeben, wenn man auf ein zentrales Thema im Sinne des Heiligenschein-Effekts setzt. Und aus Markensicht – nicht unbedingt aus Sicht der klassischen Politikberatungen – sollten sowohl Karl Nehammer als auch Andreas Babler über diese Art der Strategie und Positionierung nachdenken. Nur genau dazu braucht man ein Thema, das man verbal und visuell zum zentralen Thema macht. So einfach in der Theorie, oft so schwer in der Praxis.

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Das Markenziel Nr. 1 für 2024: Wie wäre es mit dem Marktanteil?

Corona, Ukraine-Krieg, Gaza-Konflikt, Energiekostensteigerungen, Lieferkettenprobleme, Inflation, Rezession und Konsumflaute. Die Welt scheint seit dem Jahr 2020 nicht mehr aus dem tatsächlichen und vor allem wahrgenommenen Krisenmodus zu kommen. In China spricht man zurzeit sogar sehr offen vom „ökonomischen Winter“ und fürchtet eine längere Phase der Rezession.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass laut einer  aktuellen globalen WARC-Umfrage (The Voice of the Marketer 2024) für 64 Prozent der befragten Marketing-Entscheider  die Rezession auch im kommenden Jahr den größten Einfluss auf ihre Marketingaktivitäten haben wird. Dabei werden vor allem die Inflation und die hohen Lebenshaltungskosten als Risikofaktoren gesehen.

Global unterschiedlicher Optimismus

Trotzdem sind die befragten Marketer optimistischer als noch vor einem Jahr. Das zeigt sich vor allem auch in der prognostizierten Budgetentwicklung laut der oben erwähnten Studie. So gehen global 39 Prozent der Befragten davon aus, dass die Marketingbudgets 2024 steigen werden. Zu einem ähnlichen, aber etwas abgeschwächten Ergebnis kommt auch der aktuelle CMO Barometer im DACH-Raum von Serviceplan. Hier glauben 32 Prozent der befragten Marketer, dass das Marketingbudget für 2024 steigen wird.

Global gesehen gibt es dabei aber Unterschiede. Während in Europa 37 Prozent und in den USA „nur“ 35 Prozent von steigenden Marketingbudgets ausgehen, ist in der APAC Region (Asien, Australien und Ozeanien) jeder Zweite überzeugt, dass die Marketingbudgets steigen werden. Aber genau diese Unterschiede könnten auch tatsächliche Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung von Unternehmen und Märkten haben.

Umsatz, Gewinn und Marktanteil

Gerade in Krisenzeiten haben Unternehmen oder besser deren verantwortliches Management schnell Kennzahlen wie Umsatz, Kosten und damit auch Gewinn im Auge. Speziell die Kombination aus stagnierenden oder sogar sinkenden Umsätzen bei oft gleichbleibenden oder gar wie aktuell steigenden Kosten drückt nicht nur auf das Gemüt und die Zuversicht der Verantwortlichen, sondern wirkt sich ganz klar in der Regel negativ auf den Gewinn und vor allem auch die Gewinnprognosen aus.

Gleichzeitig wird dabei oft aber eine weitere Kennzahl „übersehen“, die sowohl bei steigenden, gleichbleibenden oder sogar sinkenden Umsätzen gesteigert werden kann. Diese Kennzahl ist der Marktanteil. So kann man etwa klar Marktanteile gewinnen, wenn der eigene Umsatz oder Absatz weniger schrumpft als der Umsatz oder Absatz der Mitbewerber. Genau deshalb sollte man dieser Kennzahl in Krisenzeiten besondere Aufmerksamkeit schenken.

Um besser zu verstehen, worum es geht, sollte man sich eine Studie von GfK/Serviceplan aus dem Jahr 2010 ins Gedächtnis rufen. In dieser wurden 959 Herstellermarken über 9 Jahre hinweg beobachtet. Das interessante Kernergebnis: „Die größten Marktanteilsgewinne, aber auch die größten Marktanteilsverluste entstehen nicht in Wachstumsphasen, sondern in Phasen des konjunkturellen Abschwungs.“ Aber diese Studie zeigte noch mehr, nämlich dass die Marktanteilsverluste, die man in Krisen macht, auch in längeren Wachstumsphasen nicht mehr aufgeholt werden können.

Über die aktuelle Krisensituation hinausdenken

Wenn man davon ausgeht, dass auch diese Krisensituation nicht ewig andauern wird, dann sollte man vielleicht diese eher unsicheren Zeiten nutzen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Dabei kann man sich zwei weitere Ergebnisse aus der oben erwähnten GfK/Serviceplan-Studie noch einmal ins Gedächtnis rufen:

(1) Die entscheidende Größe für Marktanteilsgewinne ist die Produktinnovation.

(2) Der zweite wichtige Faktor ist der antizyklische Medieneinsatz.

Nur beides erfordert mit Sicherheit in vielen Fällen vom verantwortlichen Management den Mut, sich nicht auf das „Bauchgefühl“ alleine zu verlassen. Dieses würde wahrscheinlich instinktiv genau das Gegenteil empfehlen, nämlich geplante Innovationen zu verschieben und das Marketingbudget einzufrieren oder gar zu senken.

In dieser Art von Situationen kann man sich auch wieder einmal Steve Jobs als Vorbild nehmen! So war das Jahr 2001 nicht nur wirtschaftlich von der Folgen der damaligen Dotcom-Blase geprägt, sondern erlebte  durch den Terror vom 11. September einen weiteren Tiefpunkt. Das hielt Steve Jobs aber nicht davon ab, am 23. Oktober 2001 den ersten iPod der Welt vorzustellen, um damit auch die Basis für das iPhone zu legen. So stieg Apple in den folgenden Jahren vom Nischenplayer zur wertvollsten Marke der Welt auf.

Die Markenbasis nicht vergessen

Nur sollte man dabei jetzt nicht in ziel-, plan- und strategielose Aktionitis verfallen. Entscheidend ist, dass sowohl die geplante Innovation als auch das geplante Marketingbudget im Sinne der Marke oder besser noch im Sinne der Markenpositionierung zum Einsatz kommen.

Dabei sollte man aber klar zwei Szenarien unterscheiden:

(1) Für starke Marken mit starken Positionen in der Wahrnehmung geht es vor allem darum, dass man mit etwa einer möglichen Innovation und dem antizyklisch eingesetzten Budget die bestehende Position nutzt und verstärkt. Hier sollte man auch klar als Marktführer den Druck auf den Mitbewerb erhöhen.

(2) Für Marken im unprofilierten Mittelfeld oder für Marken in einer Krisensituation sollte man auf eine Innovation setzen, die das Potenzial hat, die Marke neu auszurichten.

Ideal für eine mögliche Neuausrichtung sind sogenannte Leadprodukte. Das sind Innovationen mit einer eigenständigen Positionierung, die das Potenzial haben, die Marke in Summe neu zu positionieren. Typische Beispiele für diese Art der Leadprodukte waren der iPod für Apple, das Koffeinshampoo für Alpecin oder der Lachgummi für Nimm 2. Das waren nicht nur weitere Innovationen aus Sicht der Kundenwahrnehmung, sondern Innovationen, die die Marken Apple, Alpecin und Nimm 2 neu und dauerhaft positiv aufgeladen haben. Hier spielt auch im Sinne einer klaren Fokussierung auf das Leadprodukt der sogenannte Halo- oder Heiligenschein-Effekt eine große Rolle.

Fazit: Das Bauchgefühl mag einem in Krisenzeiten zögern lassen. Umso mehr sollte man strategisch und dann operativ überlegen, was die aktuelle Krisensituation an Chance bieten kann, um mit der richtigen Innovation und einem antizyklischen Marketingbudget dauerhaft Markt- und damit Erfolgsanteile zu kurz- und langfristig zu gewinnen. So einfach in der Theorie. So schwer oft in der Praxis.

Erschien im Original auf Horizont.net

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XING Repositionierung: Vom Business-Netzwerk zum Job-Netzwerk – Eine Analyse aus Markensicht

Das Repositionieren einer Marke ist der mit Abstand schwierigste Markenjob von allen. Das liegt vor allem darin, dass unser Gehirn ungern umlernt. Das Umlernen ist schwieriger als das Neulernen. Dieser Erfahrung kennt jede oder jeder, der einmal eine falsch eingelernte Sportart mehr oder weniger erfolgreich umlernte. So gesehen wird es aktuell spannend, wie und ob es XING gelingt, sich erfolgreich neu aufzustellen.

Vom Rebranding …

Die Plattform XING wurde vor etwas mehr als 20 Jahren unter dem Namen OpenBC (Open Business Club) durch Lars Hinrichs gegründet und stieg schnell zum führenden Business-Netzwerk in Deutschland, oder besser im deutschsprachigen Raum auf. 2006 kam dann das Rebranding in XING. Dazu hieß es im Manager-Magazin am 9. Oktober 2006: „Die gewagte Wandlung: Gegründet im August 2003 zählt Open BC, die Plattform für Geschäftskontakte im Internet, inzwischen mehr als 1,5 Millionen Mitglieder. Doch nicht mehr lange: Open BC geht, Xing kommt.“ Mit der Umbenennung wollte man laut Gründer Hinrichs vor allem auch internationaler werden.

Nur genau hier lag und liegt das große Problem. In einer internationalen oder besser globalen Welt blieb XING immer eine Art „einsame Insel“ mit vielen Nutzern aus dem deutschsprachigen Raum. Konkurrent LinkedIn punktete dagegen vor allem mit Internationalität, Interaktivität und Content. So gesehen ist es nicht verwunderlich, dass man sich bei XING neu positionieren will und sogar neu positionieren muss.

… zum Repositioning

Dazu hieß es auf Horizont.net am 8. Januar dieses Jahres: „Xing hat in diesem Jahr wahnsinnig viel vor. Die Plattform aus dem Hamburger New-Work-Konzern, die hierzulande als Business-Network groß wurde und bereits im vergangenen Jahr erste Schritte hin zu einer Neupositionierung unternahm, konzentriert sich künftig voll und ganz auf das Thema Jobs. Damit einher geht eine Kommunikationsoffensive mitsamt neuem Markenauftritt.“

Dazu erklärte Solon Magoulakis, Vice President Marketing und Brand Experience bei Xing gegenüber Horizont: „Wir sind nicht mehr nur ein allgemeines berufliches Netzwerk mit Job-Suchfunktion, sondern eine Job-Suche-Plattform mit Netzwerkfunktionalitäten: kurzum das erste Jobs-Netzwerk.“ Thomas Kindler, Managing Director bei XING ergänzte dazu: „Die Arbeitswelt verändert sich massiv, aber die Suche nach dem richtigen Job fühlt sich immer noch an wie vor 20 Jahren.“ Der neue abgewandelte Markenclaim zu dieser Markenneuausrichtung lautet: „Zeit für eine neue Art der Job-Suche. Mach Dein XING“.

Rein in den Jobportal-Megawettbewerb

Es ist sicher aus Markensicht eine gute Idee eine neue Kategorie zu kreieren, in der die eigene Marke einen Führungsanspruch stellt. Im Falle von XING lautet diese Kategorie jetzt laut Eigendefinition „das erste Jobs-Netzwerk“. Nur eine neue Kategorie alleine ist zu wenig. Entscheidend ist vor allem, dass man in einem bestimmten Bereich echte Relevanz aufbauen kann.

Nur genau das könnte sehr schwierig werden. Denn mit dieser Neuausrichtung begibt sich XING in ein hochkompetitives Geschäftsumfeld. So gibt es laut Haufe.de alleine in Deutschland über 1.600 Jobportale. Nur genau damit steigt für XING auch die Gefahr, dass man bei der Jobsuche nicht als „das erste Jobs-Netzwerk“, sondern nur als weiterer Jobportal-Anbieter unter vielen wahrgenommen wird. So genügt es wahrscheinlich nicht, von einer neuen Art der Job-Suche und dem ersten Jobs-Netzwerk zu sprechen. Vielmehr geht oder würde es darum gehen, mit einem echten neuen ganz konkreten Job-Feature zu punkten.

Der „1500er“ für XING

Dabei könnte XING von BMW lernen. In den 1960er Jahren setzte man bei BMW nicht nur auf die Neuausrichtung „Fahrfreude“ mit dem Slogan „Aus Freude am Fahren“, man brachte diese Neupositionierung auch konkret mit dem BMW 1500er zum Leben. Dieses Modell war damals das Leadprodukt und gleichzeitig der nachvollziehbare Beweis für echte Fahrfreude auf der Straße. Nur wie es aktuell aussieht, fehlt XING genau so eine Art von Leadprodukt oder Leaddienstleistung, um wirklich einen echten und nachvollziehbaren Unterschied am Markt der Jobportale und Jobnetzwerke zu machen. Die Zukunft wird es zeigen.

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Die Markenlektion 2023 und was man strategisch von der KI lernen kann

Vor etwas mehr als einem Jahr standen zwei digitale Megathemen im Raum, nämlich das Metaversum und die KI. Damals hatte das Metaversum in den Medien und vor allem auch bei den Entscheidern im Management und im Marketing einen klaren Vorsprung in der Wahrnehmung. Dies hatte unter anderem drei Gründe: (1) Mark Zuckerberg taufte bereits im November 2021 den Facebook-Konzern sehr medienwirksam in Meta um.  (Bereits zuvor hatte er im Juli 2021 das Metaversum zum digitalen Zukunftsthema Nr. 1 erklärt.) (2) NFTs (Non-Fungible Token) waren ein heißes, wenn auch teilweise sehr spekulatives und auch umstrittenes Thema. (3) Zusätzlich gab es unzählige Studien und Papers großer und kleinerer Unternehmensberatungen, die das Metaversum als das eine disruptive Geschäftsmodell und folglich Milliardengeschäft für die Zukunft anpriesen.  Damals stand die KI ganz klar im Schatten des Metaversums. Heute steht das Metaversum im Schatten der KI.

Killer Applications oder die Macht der einen Schlüsselanwendung

Damit sind wir bei einem wichtigen Punkt aus strategischer Sicht. Gerade bei großen, oft sogenannten disruptiven Megainnovationen, die als das eine Zukunftsthema angepriesen werden, ist „Hype“ alleine oft zu wenig. Entscheidend ist oft eine „kleine“ Schlüsselanwendung oder Killer-Applikation, die der großen Innovation echtes Leben einhaucht. Diese Killer-Applikation für die KI wurde am 30. November 2022 der Öffentlichkeit kostenfrei zugänglich gemacht. Die Rede ist natürlich von ChatGPD von OpenAI.

Damit war auf einmal die KI nicht nur ein Zukunftsthema, sondern hatte eine konkrete Anwendung. Alleine in den ersten fünf Tagen meldeten sich über eine Million Nutzer bei ChatGPT an. Im Januar 2023 stieg die Zahl der Anwender bereits auf über 100 Millionen. Aktuell sind es um die 180 Millionen und die KI in Summe ist als das bestimmende konkrete Megathema nicht mehr wegzudenken. Dies zeigt auch das aktuelle CMO Barometer von Serviceplan für die DACH-Region.

Beim Punkt „Top-Thema für das Marketingjahr 2024“ liegt die KI mit 32 Prozent klar vor Sustainibility (11%), Digitalisierung (6%), Marketingautomation (3%), Inflation (3%) und Personalisierung (3%). Bei den „wichtigen Marketingtrends für 2024“ platziert sich auch der Trend „KI, Machine Learning & Marketingautomatisierung“ auf Platz 1 vor „Emotional Brand Building“, „Content Creation“, „Journey Management & Personalisierung“, „Sustainibility“, „Omnichannel-Marketing“ und „Data-based Marketing“. Während „KI, Machine Learning & Marketingautomatisierung“ mit 51 Prozent Zustimmung als sehr wichtig bei den Marketingtrends gesehen werden, liegt diese bei „Metaverse, NFTs & Co“ nur bei mageren 5 Prozent.

Aus der Geschichte lernen

Wie wichtig diese sogenannten Killer-Applications oder auch Schlüsselanwendungen für große disruptive Innovationen sind, zeigt auch klar die Geschichte.

Nehmen Sie etwa den PC, der wahrscheinlich die wichtigste Produktinnovation des 20. Jahrhunderts war. Für diesen war die Tabellenkalkulation, vor allem Lotus 1-2-3 die eine Schlüsselanwendung, die den PC zu Beginn der 1980er Jahre  in der Geschäftswelt etablierte und so gut wie unverzichtbar machte. Das war die erste echte Basis für den Durchbruch und damit auch für den weiteren globalen Erfolg des Personal Computers.

Was die Tabellenkalkulation für den PC war, war die Pressefotografie für die Digitalkamera. Es war die erste Massenanwendung in der digitalen Fotografie und damit der endgültige Startschuss für immer bessere Digitalkameras mit immer höheren Bildauflösungen. War für die Hobby- und auch die meisten Profifotografen damals zu Beginn der 1990er Jahre die schlechte Bildqualität der meisten Digitalkameras noch ein echtes Kaufhemmnis, überwogen für die Pressefotografen klar die digitalen Vorteile, nämlich dass man sehr schnell sehr viele Fotos ohne Film machen und diese ohne Entwickeln auch sofort digital übermitteln und weiterverarbeiten konnte.

Oder nehmen Sie den iPod, den der damalige Apple-CEO Steve Jobs 2001 als ersten MP3-Player mit Harddisc und dem Slogan „1,000 songs in your pocket“ der Welt präsentierte. Der wahre Durchbruch der digitalen Musikverkäufe und damit des iPods erfolgte erst, als Jobs dann am 28. April 2003 den „iTunes Music Store“ vorstellte. Apple bot so als erstes Unternehmen Musik legal zum Download an. Zum Start standen damals „nur“ 200.000 Titel zur Verfügung.

Große Ideen, konkrete Anwendungen

Die Medien, Trendforscher, aber  vor allem auch die Wirtschaft, allen voran das Top-Management und deren Beraterstäbe lieben große weltbewegende Ideen, die nicht nur die Welt, sondern  vor allem auch die Geschäftsmodelle verändern werden und denen eine große milliardenschwere Zukunft vorausgesagt wird.

Nur genau bei diesen großen Innovationen oder Megathemen sollte man immer auch auf konkrete Schlüsselanwendungen achten bzw. diese aktiv suchen. Für die KI war diese eine Schlüsselanwendung ChatGPT, für das Metaversum fehlt diese noch. Damit lautet die Markenlektion 2023 schlicht und einfach: „Achten und setzen Sie bei großen Innovationen immer auch auf eine ganz konkrete Schlüsselanwendung!“

Erschien im Original auf Absatzwirtschaft.de

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Brillanter BMW-Werbespot oder das Zusammenspiel von Kontext, Positionierung und Dramatisierung

Am 15. Dezember schrieb Bärbel Unckrich folgende Zeilen auf Horizont Online: „Wer dachte, das war’s schon mit den emotionalen Spots rund um Weihnachten, der hat die Rechnung ohne Jung von Matt gemacht: Die Agentur haut für seinen Kunden BMW knapp zehn Tage vor Heiligabend ein echtes Highlight raus, bei dem kaum ein Auge trocken bleibt.“

Die Story im Werbefilm und …

Der Werbefilm mit dem Titel „Father & Son. Freude Forever“ erzählt von einem 85-jährigen Vater, der sich schweren Herzens dazu entschließt, seinen Führerschein für immer abzugeben. Die damit verbundenen Emotionen berühren den Sohn, der seinen Vater daraufhin auf dem Firmenparkplatz ein letztes Mal an der Freude am Fahren in einem vollelektrischen BMW i4 teilhaben lässt. Dabei erinnern sich beide an frühere gemeinsame und individuelle Fahrerlebnisse mit der Marke BMW.  

Natürlich funktioniert dieser Spot deshalb so gut, weil er zu einhundert Prozent auf die Marke BMW einzahlt. Dafür sind aus Markensicht drei Faktoren verantwortlich, die leider nicht immer in der Markenkommunikation berücksichtigt werden. Dazu sollten wir uns diese einmal näher ansehen.

… drei Erfolgsfaktoren

(1) Mentaler Kontext: Der Spot passt perfekt zu dem, was unser kollektives Gedächtnis über BMW in den letzten Jahrzehnten gelernt hat. So gesehen würde diese Art der Geschichte auch zu Marken wie Porsche, Mercedes-Benz oder Audi passen. Nur die jeweilige Inszenierung müsste natürlich anders sein. Bei Porsche wäre diese noch sportlicher und dynamischer, bei Mercedes mehr in Richtung Komfort und Souveränität und bei Audi natürlich mehr in Richtung Allrad, also Quattro.

(2) Positionierung: Natürlich hat Jung von Matt die Geschichte und die Bilder so gewählt, dass diese zudem perfekt zur Positionierung „Freude am Fahren“ von BMW passen. Damit wird diese Positionierung in unserem Gehirn nicht nur abgerufen, sondern auch wieder verstärkt. (Natürlich würde dieser Spot noch besser funktionieren, wenn es die Elektromobilität nicht geben würde. Denn obwohl man einen vollelektrischen BMW im Spot einsetzt, zahlt der Spot sehr viel mehr auf die gelernte Benzin- und Diesel-Vergangenheit als auf die elektrische Zukunft ein.)

(3) Dramatisierung: Gerne werden diese Art von Spots als extrem kreativ bezeichnet. Besser aus meiner Warte wäre, wenn man von Dramatisierung der Positionierung und damit des Markenkerns sprechen würde. Denn eigentlich ist die Kreativität bei dieser Art von Spot sehr eingeschränkt. Man muss nämlich sicherstellen, dass die Kreativität und die damit ausgelöste Emotion perfekt zu dem passt, was die Kunden bereits über die Marke wissen und was die Marke im kollektiven Gedächtnis verstärken möchte.

Dramatisierung statt nur Kreativität

Vielleicht sollte man so in Zukunft in der Werbung nicht mehr Kreativitätspreise  sondern Markendramatisierungspreise vergeben. Das würde aber erfordern, dass man wirklich zuerst sicherstellt, dass die beworbene Marke eine starke Position im kollektiven Gedächtnis hat oder aufbauen will.

Nur wenn man sich heute die Markenkommunikation in Summe ansieht, hat man öfter den Eindruck, dass es nur um das kurzfristige Auffallen geht, und dass auf die für die Marke so wichtige kumulative Wirkung komplett vergessen wird. Gleichzeitig jammern immer mehr Markenverantwortliche und Markenexperten, dass die Marken an Kraft verlieren. Vielleicht sollte man hier nicht das Prinzip Marke generell, sondern vielmehr die Art und Weise, wie heute das Prinzip Marke gelebt wird, hinterfragen.

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Nutri-Score: Neue Herausforderung speziell für Markenartikler

Auf immer mehr Verpackungen taucht er auf, nämlich der Nutri-Score. Im Zentrum steht dabei ein Ampelsystem mit einer fünfteiligen Skala, von grün bis rot. Die Konsumenten sollten so mehr über den Nährwert von Lebensmitteln auf einen Blick wissen und erfahren. Nur während Experten klar vom Nährwert sprechen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Konsumenten und Konsumentinnen den Nutri-Score vor allem als eine Art „Gesundheitsampel“ sehen werden.

Neuer Wettbewerb bei der Kaufentscheidung

Nur damit gibt es nicht nur ein Bewertungssystem mehr, sondern aus Kundensicht gibt es damit auch einen weiteren Aspekt, der die Kaufentscheidung bei Lebensmittel speziell am Point of Sale beeinflusst, egal ob vor dem Regal, dem Computer oder dem Smartphone. Genau das aber kommt den Eigenmarken der Supermärkte und der Diskonter sehr viel mehr entgegen als den klassischen Markenartiklern.

Der Grund dafür ist einfach: Für den klassischen Markenartikler steht der Mehrwert oder USP (Unique Selling Proposition) im Vordergrund, der letztendlich auch den höheren Preis rechtfertigen sollte. Gleichzeitig sollte der höhere Preis natürlich den Qualitätsanspruch der Marke unterstreichen. Entscheidend für die Kaufentscheidung sollten damit aber klar die Marke und deren Werte selbst sein.

Die Rolle der klassischen Eigen- bzw. Handelsmarke wiederum ist, dass diese als günstigere Variante zur klassischen Herstellermarke wahrgenommen wird. „Gleiche oder ähnliche Qualität zum günstigeren Preis“ lautet hier die Devise. Das heißt aber auch: Alles, was beim Kunden den Eindruck erweckt, dass es wenig oder keinen Unterschied gibt, kommt der Eigenmarke sehr entgegen.

Nutri-Score als gleichmachende Denkabkürzung

Wenn also etwa alle Chips oder alle Fertigpizzen denselben oder sehr ähnlichen Nutri-Score haben, besteht aus klassischer Markensicht die Gefahr, dass sich die Produkte aus Kundensicht noch ähnlicher werden. Das gilt speziell auch deshalb, weil unser Gehirn auf Denkabkürzungen programmiert ist. Heißt: Um sich in einer komplexen Welt zurechtzufinden, hat unser Gehirn einfache Wege wie etwa den Herdentrieb gefunden und gelernt, um schnell und ohne intensiv nachdenken zu müssen, gute und auch sehr gute Entscheidungen zu treffen.

Typische Denkabkürzungen vor den Lebensmittelregalen sind die Marke und deren Positionierung in der Wahrnehmung selbst, spezielle Zutaten, der Preis, Preisaktionen, natürlich auch Gütesiegel oder jetzt auch der Nutri-Score. Damit ist dieser Nutri-Score aus Sicht der klassischen Marke aber nicht nur ein weiterer „Qualitätsindikator“, sondern auch ein neuer potenzieller „Gleichmacher“. So könnte etwa eine Kunde oder eine Kundin in Zukunft sagen: „Mir ist die Marke eigentlich egal, ich achte vor allem auf den Nutri-Score, speziell auch dann, wenn ich für meine Familie einkaufe.“ In diesem Fall würde etwa die Denkabkürzung Marke durch die Denkabkürzung Nutri-Score „abgelöst“.

Nur damit wird es für die Markenartikler noch wichtiger, dass man sich klar und eindeutig positioniert. Das gilt vor allem auch auf der Verpackung selbst. So sollte diese nicht nur wesentlich dazu beitragen, dass die Produkte einer Marke aus der Masse der Produkte visuell herausstrahlen, sondern vor allem auch sicherstellen, dass die Positionierung der Marke verbal klar transportiert wird. Genau hier gibt es mit Sicherheit noch jede Menge Optimierungspotenzial, wenn man sich heute die Regale ansieht. So halten sich viel zu viele Markenartikler anscheinend an Branchenregeln statt das volle Positionierungs- und Differenzierungspotenzial verbal und visuell auf der Verpackung voll zu nutzen.

Überreglementierung als Marken- und Innovationskiller

Nur Gleichmacherei ist nicht nur aus Sicht des einzelnen Markenartiklers gefährlich. Gleichmacherei durch Überreglementierung gefährdet auch das Innovationspotenzial generell im nationalen und internationalen Wettbewerb. Das heißt: Hier ist auch der Gesetzgeber, egal ob auf EU-Ebene oder national gefordert, dass man das richtige Augenmaß findet. Nehmen Sie etwa die Digitalisierung. Hier könnte man bereits heute – böse formuliert – folgende Aussage treffen. Die USA haben Amazon, Facebook, Google oder Zoom, China hat Alibaba, Shein, Temu oder TikTok, Europa hat die DSGVO.

Erschien im Original auf Cash.at

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